Drittes Mandat erobert

7. Juni 2009, 20:02
150 Postings

Dem Überraschungssieger der EU-Wahl 2004 ist der nächste Coup geglückt: Hans-Peter Martin verteidigt nicht nur den dritten Platz hinter ÖVP und SPÖ, er konnte sogar zulegen - und ein drittes Mandat erobern

Seine Artikelserie in der Kronen Zeitung dürfte sich für ihn äußerst gelohnt haben. Hans-Peter Martin hat bei der EU-Wahl am Sonntag abgeräumt:Knapp 18 Prozent der Stimmen und somit drei Mandate konnte seine Liste erreichen.

Schon bei der Europawahl 2004 konnte er mit der Krone im Rücken einen Überraschungserfolg verbuchen. Es war sein erster Antritt mit einer eigenen Liste (1999 war Martin noch mit der SPÖ auf dem ersten Platz gelandet): 14 Prozent bedeuteten damals ebenfalls die dritte Position.

"Es ist ein großer Vertrauensbeweis" , freute sich Martin über das Ergebnis. Gleichzeitig sei es auch ein "Misstrauensbeweis für bestimmte Parteien" . Man müsse weg von der "verknöcherten Parteienlandschaft" . Glücklich zeigte er sich darüber, dass es "bei dieser Wahl keinen Rechtsruck gab" .

Mit ihm wird Martin Ehrenhauser neu ins EU-Parlament einziehen. Der 30-Jährige ist sein langjähriger "Büroleiter" in Brüssel - und eigentlich Listen-Vierter. Angelika Werthmann, ursprünglich auf Listenplatz drei, soll nämlich auf ihr Mandat verzichten, hieß es dazu aus dem Umfeld Martins. Das dritte Mandat entfällt auf Robert Sabitzer, den Listen-Zweiten. Ob es mit der Mannschaft besser laufe als mit Karin Resetarits, der Listen-Zweiten im Jahr 2004, mit der er sich völlig zerstritten hat? Martin: "Dieses Mal ist niemand vom ORF dabei. Da habe ich damals einen Fehler gemacht."

Dass auch diese Europawahl für Martin gut lief, zeigten auch schon die ersten Landesergebnisse. Beispiel Vorarlberg: Hier blieb die Volkspartei mit 36,5 Prozent Stimmenanteil zwar unangefochtene Nummer eins. Der gebürtige Bregenzer, der seinen Hauptwohnsitz wieder nach Vorarlberg verlegen wird, kam aber auf 19,8 Prozent Stimmenanteil und steigerte damit noch sein Ergebnis von 2004 (16,9 Prozent). Damit konnte Martin die SPÖ deutlich, nämlich um 6,4 Prozentpunkte, abhängen.

Nach ersten Hochrechnungen zeigte sich auch in Tirol ein ähnliches Bild. Bei einem Auszählungsstand von 44 Prozent lag Martin bei 22,2 Prozent (2004: 16,43) weit vor der SPÖ mit nur 12,7 Prozent (2004: 19,30).

Die Stimmung bei Martins kleiner Wahlparty am Abend in einem Wiener Innenstadtlokal war natürlich bestens. Viel Applaus und Jubelrufe für den Spitzenkandidaten, der sich bei seiner Stimmabgabe Sonntagfrüh noch bescheiden gab. Für ihn persönlich wäre es schon ein Erfolg, sein Mandat in Brüssel und Straßburg weiter ausfüllen zu können, hatte er da noch gesagt. Es wurden drei. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2009)

Share if you care.