Wählerbestechung und Wahlmanipulation

7. Juni 2009, 19:14
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Falsche "Studenten" in Bussen unterwegs - Türken-Partei machte massiv Druck auf Wählerschaft in Westeuropa

Sofia - Es gehört schon zur Tradition - auch bei der Europa-Wahl gab es in Bulgarien Hunderte von Beschwerden über Wählerbestechung. Laut internetportal vsekiden.com wurden etwa Vorfälle im der Region von Plovdiv registriert, wo an die Wähler Grillhendl verteilt wurden. Die Internetseite rechnet aus, dass somit eine Stimme 36,50 Lewa (um die 18 Euro) kostete. In der Stadt Haskovo erhielten die Wähler Gutscheine für Sprit im Wert von 25 Lewa (um die 12 Euro). Im Studentenviertel von Sofia wurden zwei Reisebusse voller vermeintliche Studenten - um die hundert Personen - angehalten, die "Wahltourismus" betrieben und versuchten, mit gefälschten Studentenpapieren abzustimmen.

Die Busse fuhren davon - und wurden in einem anderen Wohnviertel der Haupstadt wieder wahrgenommen. Dort versuchten die "Wahltouristen" neuerlich, mit gefälschten Papieren zu wählen. In Region von Plovdiv im Dorf Topolovo drohte der Muezzin Aygüll Halil Osman muslimischen Bürgern, dass er sie, wenn sie sterben sollten, nicht mit Gebeten begraben werde, falls sie nicht auf seinen Rat hörten, für wen sie zu stimmen hätten.

mediapool.bg rechnete aus, dass eine Stimme sogar auf einen Wert von 200 Lewa steigen konnte. Als Beispiel wurde vom Roma-Viertel in der Stadt Pasardschik berichtet, wo die Einwohner die Preise beim Wahlgang hochtreiben wollten. Im Nordwesten Bulgariens kam es sogar zum Handgreiflichkeiten, wobei ein Bürgermeister seinen Gegner krankenhausreif schlug.

Bulgaren, die in Brüssel leben, schlugen Alarm, dass sogar dort die Emigranten und bulgarischen Gastarbeiter türkischen Ursprungs oder mit Roma-Herkunft massenweise in organisierten Autofahrten mit bulgarischen Nummernschildern transportiert wurden, um in Brüssel abzustimmen. Laut diesen Informationen sei der türkisch-bulgarische Führer Achmed Dogan (DPS) am Samstag höchstpersönlich in Brüssel gewesen, um seine Anhängerschaft zu motivieren. Beschwerden kamen sogar aus Spanien, dass auch dort die DPS ihre Beziehungen ausnütze, um auf die türkischen und Roma-Gastarbeiter Druck im Sinne ihrer Interessen auszuüben. (APA)

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