Bundesländer

7. Juni 2009, 19:50
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ÖVP nun in sechs Bundesländern voran - Nur noch Kärnten, Wien und das Burgenland gingen an die SPÖ

Wien - Die ÖVP ist am heutigen Wahlabend nicht nur Europapartei Nummer 1 sondern auch Top-Bundesländer-Partei. In sechs Bundesländern errang die Volkspartei die meisten Stimmen, nur noch Kärnten, Wien und das Burgenland gingen an die SPÖ. Die Steiermark verloren die Roten an die Schwarzen. Die Hochburg des eigentlichen Wahlsiegers Hans-Peter Martin war im Westen, die Freiheitlichen punkteten vor allem in Wien, blieben dort aber trotzdem überraschend hinter den Grünen, die in der Bundeshauptstadt eindeutig ihre stärkste Basis hatten.

Wien

In Wien blieben die Sozialdemokraten zwar Erste, allerdings mit alarmierenden 29 Prozent. Weit besser ging es der FPÖ, was die Plus/Minus-Wertung für die Bundeshauptstadt angeht. Sie legte im Heimatbundesland von Parteichef Heinz-Christian Strache fast elf Prozentpunkte zu und schaffte 16,1 Prozent. Ausreißer nach unten war Kärnten mit 6,8 Prozent. Die Grünen behaupteten sich in Wien mit Platz drei und 16,8 Prozent. Schlechtestes Martin-Land war Wien mit 15,9 Prozent.

Kärnten

Das Kärntner Wahlergebnis differiert stark von jenen in den anderen Bundesländern. Die SPÖ blieb mit 25,37% auf Platz Eins, erlitt aber schwere Verluste, entsprechend enttäuscht reagierte Parteichef Reinhart Rohr. BZÖ-Obmann Uwe Scheuch zeigte sich mit 21,45% zufrieden, ebenso wie ÖVP (20,32%) und die Freiheitlichen (6,84%). Die Grünen erreichten 7,03%.

Salzburg

Katerstimmung bei der SPÖ in Salzburg angesichts des EU-Wahl-Ergebnisses: Die Sozialdemokraten sind im Land Salzburg mit 19,09 % hinter der ÖVP (32,06%) und der Liste Martin (21,08%) auf Platz drei abgerutscht. Auch bei den Grünen (10,12%) war angesichts einer "klaren Niederlage", wie man einräumte, alles andere als Euphorie angesagt. Die Salzburger ÖVP hingegen bejubelte den ersten Platz, die FPÖ (12,08%) freute sich über die Verdoppelung des Stimmenanteils.

Burgenland

Als "sehr bedauerlich" bezeichnete Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) das Abschneiden der Sozialdemokraten bei der EU-Wahl (34,00%) . Für die SPÖ seien die Verluste größer ausgefallen, als das vorhergesagt worden sei. "Der Grund aus meiner Sicht ist, dass die SPÖ ihren Kurs zu spät geändert hat", so Niessl. Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl sah hingegen den Europa-Kurs der ÖVP mit 30,83% bestätigt. Freude über das Abschneiden herrschte bei den Freiheitlichen (11,65%) , der grüne Landessprecher Josko Vlasich zeigte sich über 4,39% enttäuscht. Martin bekam 16,13% der Stimmen.

Tirol

Hans-Peter Martin legte in Tirol um 4,9 Prozentpunkte auf 21,4 Prozent zu und kam hinter der ÖVP auf Platz zwei. Die ÖVP verlor 4,5 Prozentpunkte und erreichte 36,5 Prozent. Die stärksten Verluste musste die SPÖ mit sechs Prozentpunkten hinnehmen. Sie kam auf 13,4 Prozent. Verluste von 5,6 Prozentpunkten gab es auch für die Grünen, die 11,7 Prozent erreichten und von der FPÖ überholt wurden. Die Freiheitlichen legten um 6,8 Prozentpunkte auf rund zwölf Prozent zu. Das BZÖ erreichte 3,8 Prozent der Stimmen.

Steiermark

Der steirische Landeshauptmann und SP-Chef Franz Voves sprach am Sonntag in einer Reaktion auf die EU-Wahlergebnisse in der Steiermark - die SPÖ erreichte 24,19% der Stimmen - von einer "desaströsen, schmerzlichen Niederlage" ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Rinner freute sich über die Platzierung der ÖVP (30,84%): "Wir sind wieder Nummer eins." Auch FPÖ (12,70%) und (5,24%) zeigten sich mit ihrem Abschneiden zufrieden. Die Liste Martin erreichte 17,31%.

Vorarlberg

Die Vorarlberger Landespolitiker schwankten am Sonntagabend nach dem Bekanntwerden der EU-Wahl-Resultate je nach Parteienzugehörigkeit zwischen Freude und Enttäuschung. Während SPÖ ("Die Enttäuschung ist groß") mit 13,41% und Grüne ("unerfreuliches Minus") mit 12,26% mit Wahlniederlagen fertig werden müssen, gaben sich die Wahlgewinner ÖVP (36,49%) und FPÖ (12,15%) zufrieden, erstere trotz Verlusten. Hans Peter Martin erreichte 19,85%. Die EU-Wahl war auch ein Stimmungsbarometer für die Landtagswahl im kommenden Herbst, auch wenn keiner der Landesparteichefs eine direkte Verbindung sehen wollte.

Oberösterreich

In Oberösterreich wollen die Parteien beim Ergebnis der EU-Wahl mit Ausnahme des BZÖ kein Signal für die Landtagswahl im Herbst sehen. Sehr erfreut war nur die ÖVP über 31,14%, die SPÖ (24,16%) sprach von einer "schweren Wahlniederlage". Die FPÖ (14,17%) war "unzufrieden", die Grünen (8,09%) stellten fest, "es wurden Fehler gemacht". Das BZÖ (4,25%) sah ein "gutes Zeichen".

Niederösterreich

Sepp Leitner, Chef der niederösterreichischen SPÖ, fordert angesichts des Wahlergebnisses (23,28%): "Es muss Konsequenzen geben".
VP-Karner (die VP erreichte 34,79%) sieht eine "schallende Ohrfeige" für die SPÖ. Barbara Rosenkranz (FPÖ, 12,78%) ist "höchst zufrieden". Thomas Huber (Grüne, 6,75% ) ist "wenig begeistert". (APA,red, derStandard.at, 7.6.2009)
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