Freude

7. Juni 2009, 18:20
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Schröcksnadel empfindet "Freude", im Verfahren in Turin beweisen zu können, dass der ÖSV unschuldig sei

Seit mehreren Wochen lief ein Vorverfahren, nun erhebt die Turiner Staatsanwaltschaft Anklage gegen zehn Mitglieder des ÖSV, allen voran Präsident Peter Schröcksnadel. Ihm wird wie auch Sportdirektor Markus Gandler und dem Sportarzt Peter Baumgartl anlässlich Olympia 2006 Begünstigung von Doping vorgeworfen.

Schröcksnadel empfindet "Freude" , im Verfahren über diese "alte und längst geklärte Geschichte" beweisen zu können, dass der ÖSV unschuldig sei. Dank einer vor zwei Jahren in Italien beschlossenen Amnestie werde das Verfahren ohne Folgen bleiben.

Unwahrscheinlich. Zwar dürfte die Amnestie die rechtlichen Konsequenzen für Schröcksnadel und Mitarbeiter im Fall der Verurteilung aussetzen. Aber das Image und die Glaubwürdigkeit des Verbandes und seiner Vertreter würden leiden. In einer Branche, die von Vorbildwirkung lebt, kein Wettbewerbsvorteil.

Peter Schröcksnadel, ein eher beratungsresistenter Herr, entschloss sich 2006 zum Einbunkern und Beleidigtsein. Statt innovative Methoden herauszustellen - wie das Tuning Hermann Maiers in Obertauern, dessen niederfrequentes Radfahren von sämtlichen Spitzenskifahrern umgehend übernommen wurde -, Fehler einzuräumen und zu korrigieren, bestand Schröcksnadel darauf, dass nichts falsch gemacht worden war. Jetzt spricht er davon, dass möglicherweise einige wenige Mist gebaut haben. Wer? Sollte das ÖOC die gesperrten ÖSV-Betreuer nicht pardonieren: Mit welchen Betreuern schickt Schröcksnadel die Biathleten zu den Winterspielen 2010? (Johann Skocek, DER STANDARD, Montag, 8. Juni 2009)

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