Strasser leitet Delegation

7. Juni 2009, 19:38
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Spitzenkandidat nach Unterstützung durch vier Abgeordnete: "Die Entscheidung ist gefallen" - Karas soll EVP-Funktion übernehmen

Wien - ÖVP-Spitzenkandidat Ernst Strasser geht angesichts der Unterstützung durch vier weitere schwarze Abgeordnete davon aus, dass er selbst und nicht Othmar Karas Delegationsleiter im Europaparlament wird. "Ich glaube, die Entscheidung ist gefallen", sagte Strasser am Sonntag gegenüber der APA. Allerdings kündigte er an, sich dafür einzusetzen, dass Karas weiterhin eine wichtige Position innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP) einnehmen wird. Auch Parteichef Josef Pröll verwies im ORF-TV auf die Mehrheit für Strasser, die sich via Aussendungen der übrigen vier ÖVP-Mandatare manifestiert hatte.

Strasser selbst kündigte an, nicht für eine EVP-Funktion kandidieren zu wollen. Karas solle dort die erste Geige spielen, er selbst will die österreichische ÖVP-Delegation im Europaparlament anführen. Dem zuvor vom Karas-Personenkomitee geäußerten Wunsch, vor derartigen Entscheidungen das Vorzugsstimmenergebnis abzuwarten, will Strasser also nicht nachkommen. "Mit dem Vorzugsstimmenergebnis hat das nichts zu tun", bekundete der ÖVP-Spitzenkandidat.

Im ORF-Fernsehen hatte Strasser den Wahlerfolg der Volkspartei zuvor als Erfolg aller 42 Kandidaten bezeichnet und explizit auch Othmar Karas gedankt. Außerdem freute sich Strasser über ein weiteres Erkenntnis aus dem Wahlgang: "Die Bäume des Herrn Strache wachsen nicht in den Himmel", betonte Strasser mit Blick auf die FPÖ, die ihr Ergebnis von 2004 zwar verdoppeln konnte, die aber nicht an die starken Ergebnisse der 1990er-Jahre anknüpfen konnte.

Obwohl sich die Mehrzahl der künftigen ÖVP-Europaabgeordneten bereits für Ernst Strasser als Delegationsleiter ausgesprochen hat, will Othmar Karas vor einer Entscheidung über seine Kandidatur noch das Vorzugsstimmenergebnis abwarten. Er habe immer gesagt, dass der Spitzenkandidat ein Anrecht auf den Posten des Delegationsleiters habe, betonte Karas. Gleichzeitig hätte auch er selbst, sollte er "die nötige Zahl" an Vorzugsstimmen erhalten, das moralische Recht auf eine Kandidatur für diesen Posten. "Ob ich mich der Wahl stelle, hängt davon ab, wie das Vorzugsstimmenergebnis ausfällt." (APA)

 

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