ÖVP 29,7 (-3,0) Prozent, SPÖ 23,8 (-9,5), HPM 17,9 (+3,9), FPÖ 13,1 (+6,8) , Grüne 9,5 (-3,4), BZÖ 4,7, Andere 1,3
Wien - Die SPÖ hat bei der EU-Wahl vom Sonntag eine
historische Niederlage erlitten. Die Sozialdemokraten mussten laut dem vorläufigen Endergebnis von SORA einen
Verlust von 9,5 Prozentpunkten einstecken (2004: 33,33), was ein
Ergebnis von nur mehr 23,8 Prozent bedeutet. Platz eins ging trotz
Verlusten an die ÖVP, die auf 29,7 Prozent (2004: 32,70, -3,0) kam.
Überraschend der Wahlerfolg von Hans Peter Martin, der mit seiner
Liste zulegen konnte und 17,9 Prozent erreichte (2004: 13,98, +3,9).
Die FPÖ blieb unter den Erwartungen und kam mit 13,1 Prozent nur auf
Platz vier. Die Grünen verloren massiv auf 9,5 Prozent der Stimmen.
Nicht geschafft hat den Einzug ins EU-Parlament das BZÖ mit 4,7
Prozent.
Die FPÖ konnte zwar mit einem Plus von 6,8 Prozentpunkten ihren
Stimmenanteil verdoppeln - angesichts des extrem schlechten
Ergebnisses von 2004 (6,31 Prozent) dennoch eine Enttäuschung für die
Freiheitlichen. Die Grünen büßten mit 3,4 Prozentpunkte ein Drittel
ihrer Wählerschaft ein, dürften aber dennoch ihre zwei Mandate
halten. Zwar liegt die Partei von Eva Glawischnig laut Hochrechnung bei nur einem Mandat, nach Auszählung der Briefwahl wird
aber laut "ARGE Wahlen" eines der fünf SPÖ-Mandate wieder zu den Grünen
wandern.
Die SPÖ hält nach derzeitigem Stand bei eben diesen fünf Mandaten,
was vorläufig ein Minus von zwei Sitzen bedeutet. Nach Auszählung der
Briefwahlstimmen wird laut "ARGE Wahlen" dann das eine Mandat zu den
Grünen wandern, damit wird die SPÖ schließlich drei Sitze weniger als
bisher haben. Gehalten werden konnte der Mandatsstand von der ÖVP,
die weiterhin sechs Vertreter ins EU-Parlament entsenden kann. Die
Liste Martin entsendet künftig drei Mandatare (+ 1), die FPÖ legt
ebenfalls um eines zu und schickt damit zwei Abgeordnete nach
Brüssel.
Die KPÖ verpasst wie auch die Jungen Liberalen mit je 0,7 Prozent
den Einzug ins EU-Parlament deutlich. Die Wahlbeteiligung blieb mit
42,4 Prozent gleich wie bei der letzten EU-Wahl und wird nach
Auszählung der Briefwahl noch etwas steigen. (red/APA)