Ein wenig höher

7. Juni 2009, 20:37
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Mit den Briefwahl-Stimmen wird die Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl ein wenig über der von 2004 liegen - mit Grafik

Wien - Einigermaßen überraschend an der EU-Wahl war auch, dass die Wahlbeteiligung nicht gesunken ist. 42,42 Prozent der Wahlberechtigten gaben am Sonntag ihre Stimme ab, das waren bis auf einen Hundertstel-Prozentpunkt ebenso viele wie 2004 (42,43). Mit den Briefwahl-Stimmen, die bis Montag, den 15. Juni, bei den Wahlbehörden einlangen müssen, wird die Beteiligung österreichweit also höher ausfallen als 2004. Unter den Bundesländern überraschte Oberösterreich mit einem deutlichen Plus.

Die EU-Wahlbeteiligung stellt freilich im Gesamtvergleich doch einen Negativ-Rekord dar: Bei keiner anderen Bundes- oder Landeswahl in Österreich gab es je eine Beteiligung unter 50 Prozent; nur bei Wahlen in Interessensvertretungen (wie Arbeiterkammer oder ÖH) war das der Fall. Bei den Nationalratswahlen liegt die Beteiligung seit 2006 knapp unter der 80-Prozent-Marke - und stieg 2008 sogar wieder leicht an, auf 78,81 Prozent. Bei den Bundespräsidentenwahlen liegt man seit 1998 noch näher an der 70er-Marke, zuletzt waren es nur mehr 71,60 Prozent. Die bisher schlechtesten Werte auf Landtagsebene waren bei der jeweils letzten Wahl in Wien (2005) und Vorarlberg (2004) mit weniger als 61 Prozent zu verzeichnen.

Auch bei der ersten EU-Wahl 1996 begann es wesentlich höher, mit zunächst fast zwei Drittel (67,73 Prozent). Aber schon 1999 war es nicht einmal mehr die Hälfte (49,40) und 2004 nur mehr 42,43 Prozent.

Unter den Bundesländern ragt Oberösterreich positiv (mit einem deutlichen Plus auf 48,19 Prozent) und Burgenland negativ heraus - das aber trotz deutlichem Minus noch über 50 Prozent (52,49 Prozent nach vorläufigem Endergebnis ohne Briefwahl) liegt. Den ersten Platz verloren die Burgenländer damit aber an die Niederösterreicher, wo 52,97 Prozent zur Wahl gingen. Ohne diese drei Länder läge die Wahlbeteiligung österreichweit deutlich unter 40 Prozent.

Denn in keinem anderen Land wurde diese Marke erreicht. Die niedrigste Beteiligung wies Kärnten mit weniger als einem Drittel (33,10 Prozent) auf. Tirol war mit 33,48 Prozent allerdings nicht viel besser. (APA)

derStandard.at berichtet über den Wahltag und liefert alle Ergebnisse in Echtzeit. Am Montag chattet Meinungsforscher Christoph Hofinger mit den UserInnen.

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