T-Mobile erlaubt Nutzung von VoIP-Diensten

6. Juni 2009, 15:03
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Vertragskunden müssen jedoch zusätzliche Grundgebühr entrichten

T-Mobile wird voraussichtlich ab Sommer die Nutzung von Voice over Internet Protocol-Diensten (VoIP) wie Skype über sein Mobilfunknetz erlauben. An VoIP interessierte Kunden werden jedoch eine zusätzliche Monatspauschale leisten müssen, um solche Dienste von ihrem Mobiltelefon aus in Anspruch nehmen zu können. Extra anfallende Datenströme sollen aber unabhängig von ihrer Höhe nicht mehr separat verrechnet werden.

Unvorhersehbar

"Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung von Webtechnik und -programmierung wird es immer wieder neue Applikationen und Dienste geben, die nicht vorhergesehen und in Kostenkalkulationen berücksichtigt werden können", sagt Dirk Wende, Pressesprecher von T-Mobile Deutschland, gegenüber pressetext. Aus Sicht von T-Mobile sei es daher am vernünftigsten, für das Nutzen von VoIP-Diensten über das T-Mobile-Netz eine nach Tarifen gestaffelte zusätzliche Grundgebühr ab 9,99 Euro monatlich zu verrechnen. Freilich werde es für Kunden, die VoIP-Services von ihren mobilen Endgeräten aus nutzen, keine technischen Beschränkungen mehr geben.

Höhere Investitionen nötig

Durch den erhöhten Datenverkehr würden Investitionen in den Ausbau bestehender Netzkapazitäten nötig werden und die daraus resultierenden Kosten könnten nicht einfach auf alle Vertragskunden abgewälzt werden. Zu befürchtende Umsatzeinbußen stellten einen weiteren Faktor dar, der zwar zu berücksichtigten, aber nicht alleine ausschlaggebend sei, so Wende weiter. Österreichische Telekombetreiber rechnen zwar ebenfalls mit einer partiellen Verschlechterung der Gesprächs- und Verbindungsqualität, befürchten jedoch keine Umsatz- oder Gewinneinbußen im Falle einer breiten Nutzung von VoIP-Diensten. Von technischen Maßnahmen, welche eine Nutzung verhindern, wurde daher immer abgesehen. T-Mobile Deutschland hingegen vertrat noch vor wenigen Wochen einen konservativeren Standpunkt.

Unterschied zu Österreich

"Hier muss zwischen den Märkten differenziert werden. In Deutschland ist von einer geringeren mobilen Breitband-Penetration sowie von einer anderen, für den Verbraucher ungünstigeren Preissituation auszugehen, sodass VoIP-Dienste eine größere Rolle spielen als etwa in Österreich", meint Werner Reiter, Pressesprecher der mobilkom austria. Dienste zu sperren, sei aber - außer im Falle von Gesetzesverstößen - der falsche Weg, auch, wenn die eigenen Geschäftsmodelle dadurch durcheinander geraten.

Die mobilkom austria bietet mit A1 over IP als einer von wenigen Anbietern in Europa selbst einen SIP-Standard basierten VoIP-Dienst an, der sich im Gegensatz zu Skype, einer proprietären Lösung, auch in Kommunikationsnetzwerke von Unternehmen integrieren lässt. Vor diesem Hintergrund würden keine Umsatzeinbußen befürchtet, sondern vielmehr die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Fring oder Nimbuzz gesucht, so Reiter weiter. Solche Anbieter bieten offene VoIP-Clients, mit denen verschiedene Dienste genutzt werden können.

Dorn im Auge der EU

Auch der Europäischen Union ist die Verhinderungspolitik großer Mobilfunkanbieter ein Dorn im Auge. Viviane Reding, Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, hat wiederholt vor Vorstößen gegen das Prinzip des freien Wettbewerbs gewarnt. Außerdem hatten Kooperationen wie etwa zwischen Nokia und Skype zusätzlichen Druck auf die Mobilfunkbetreiber erzeugt. (pte)

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    VoIP-Dienste erfordern Ausbau von Netzkapazitäten

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