Ex-Beamter im US-Außenamt als Kuba-Spion verhaftet

6. Juni 2009, 15:43
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Aktivitäten "unglaublich ernst" - Material durch Austausch von Einkaufswagen im Supermarkt übergeben

Washington - Ein früherer Beamter im US-Außenministerium ist wegen Spionage für Kuba verhaftet worden. 30 Jahre lang sollen der heute 72-jährige Walter Kendall Myers und seine Frau Gwendolyn (71) Geheimnisse an das Regime in Havanna weitergegeben haben, wie das US-Justizministerium in Washington am Freitag mitteilte.

US-Medien sprachen am Samstag von einer Spionagegeschichte, wie man sie sonst aus Hollywood-Filmen kennt. Demnach sollen sich der unter dem Codenamen "Agent 202" operierende Walter Myers und seine Frau alias "Agentin 123" wiederholt im Ausland mit kubanischen Vertretern getroffen und sich ansonsten per Kurzwellenradio mit der kubanischen Seite verständigt haben.

Einkaufswagentausch im Supermarkt

Offensichtlich aus Furcht vor einer Entdeckung lernte Myers nach Ministeriumsangaben geheime Informationen häufig auswendig und gab sie dann mündlich weiter. In anderen Fällen seien der kubanischen Seite Unterlagen durch den Austausch von Einkaufswagen in Supermärkten zugespielt worden.

Wie es weiter hieß, hatte Myers zunächst über lange Jahre als Ausbilder am Institut für Außendienste des Ministeriums gearbeitet, dann im Büro für Geheimdienste und Forschung. Vom Juli 2001 bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2007 sei er auf die Analyse von geheimdienstlichen Informationen über europäische Angelegenheiten spezialisiert gewesen und habe täglich Zugang zu geheimen Daten gehabt. So stellte sich der Mitteilung zufolge im Zuge der Ermittlungen gegen ihn heraus, dass er allein im letzten Jahr seiner Ministeriumstätigkeit über 200 "brisante oder geheime" Geheimdienstberichte zu Kuba einsah.

Festgenommen wurde das Ehepaar am Donnerstag - nach den Ministeriumsangaben als Ergebnis einer verdeckten Operation der Bundespolizei FBI. Demnach gab sich ein Beamter als kubanischer Geheimdienstbeamter aus. Bei Treffen mit ihm hätten Myers und seine Frau unter anderem zugesagt, Informationen über für Lateinamerika zuständige US-Regierungsmitarbeiter weiterzugeben. Gwendolyn Myers soll dabei auch enthüllt haben, auf welche Weise sie den Kubanern bevorzugt gewünschtes Material zuspielte: durch den Austausch von Einkaufswagen in Supermärkten, "weil das einfach genug zu machen war". (APA/dpa)

 

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The Washington Post: State Dept. Retiree Accused of Spying

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