Ein Staat als Familiengeschäft

5. Juni 2009, 19:44
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Regierungschef Djukanovic ist Millionär - Berichte über Vermögen des Familienclans - Djukanovic dementiert

Podgorica - Der langjährige montenegrinische Regierungschef Milo Djukanovic soll nach Medienberichten durch zwielichtige Geschäfte zum Millionär geworden sein. Er besitze knapp 15 Millionen Dollar (10,58 Mio. Euro), berichteten die Zeitungen am Freitag in der Hauptstadt Podgorica. Sie zitierten Untersuchungen aus den USA, wonach die Djukanovic-Schwester Ana Kolarevic auf ein Vermögen von 3,5 Millionen und sein Bruder Aco sogar von 167 Millionen Dollar kommen sollen. Djukanovic selbst hat diese Zahlen als Lügenpropaganda dementiert.

"Das ist eine Lügenserie", wies Djukanovic die Vorwürfe zurück, er habe sich gesetzeswidrig auf Kosten des Staates bereichert. Bis 2006 habe er jeweils als Staats- und Regierungschef nur sein Gehalt bezogen, im Jahr 2007 habe er als privater Geschäftsmann alle Steuern bezahlt, beteuerte Djukanovic in einer Erklärung. Als politisch und geschäftlich Erfolgreicher sei er wieder einmal "Zielscheibe der Erfolglosen".

"Das Montenegro von Djukanovic als Familiengeschäft", wird die von den Zeitungen zitierte Untersuchung überschrieben. Der 42-Jährige könne sein enormes Vermögen nicht mit seinem Gehalt von umgerechnet 1.700 Dollar gemacht haben, hieß es weiter. Schon der Djukanovic-Sohn Blazo verdiene im Monat 15.000 Dollar mit der Vermietung einer Gewerbefläche, die er von seinem Onkel Aco geschenkt bekommen habe. Milo Djukanovic ist der starke Mann des Landes und war in den letzten 18 Jahren fast ununterbrochen entweder Staats- oder Regierungschef. (APA/dpa)

 

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    Milo Djukanovic, Regierungschef

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