IAEA: Unerklärte Uran-Spuren entdeckt

5. Juni 2009, 19:35
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Damaskus verweigert außerplanmäßige Atominspektionen

Wien - Inspekteure der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA (IAEO) haben bei einem Versuchsreaktor in Damaskus Spuren von verarbeitetem Uran gefunden, die nicht an diesem Ort hergestellt worden sind. Dies geht aus dem jüngsten Bericht von IAEA-Generaldirektor Mohamed ElBaradei hervor, der am Freitag dem IAEA-Gouverneursrat übermittelt wurde. Bereits in den vergangenen zwei Vierteljahresberichten hatte die IAEA auf Uranfunde in Syrien hingewiesen, die den Verdacht auf heimliche Atomaktivitäten des Landes bestärken könnten.

Israelische Kampfflugzeuge hatten vor zwei Jahren einen im Bau befindlichen angeblichen Atomreaktor Syriens bei Al-Kibar zerstört. Die USA und Israel werfen Damaskus vor, sie hätten an diesem Ort Plutonium zum Bau von Atombomben produzieren wollen. IAEA-Inspekteure fanden im vergangenen Jahr bei Untersuchungen vor Ort Spuren von Uran, die auf eine "Bearbeitung" durch Menschen schließen ließen. Syrien behauptet dagegen, bei dem von Israel bombardierten Gelände habe es sich lediglich um eine gewöhnliche militärische Anlage gehandelt.

In dem jetzt bekanntgewordenen Bericht ElBaradeis heißt es, "die von Syrien gegebenen Informationen unterstützen nicht seine eigenen Angaben über den Zweck des Gebäudekomplexes". Syrien weigert sich inzwischen, IAEA-Inspekteure zu weiteren außerplanmäßigen Untersuchungen ins Land zu lassen. (APA/dpa)

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