Kommunalpolitische Ansage der SPÖ für die EU

5. Juni 2009, 22:09
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Zum Schluss des Wahlkampfs nennt die SPÖ nochmals ihr wichtigstes Thema: die FPÖ - mit Video

Wien - Auch wenn die Eventtechniker immer wieder "Nothing's gonna stop us now" mal in deutscher und mal in englischer Sprache einspielen: Noch hat die SPÖdie EU-Wahl nicht gewonnen. Der Parteichef und Bundeskanzler weiß das. Werner Faymann erwartet von seinen Genossen auch in den letzten 30 Stunden vor der Wahl noch vollen Einsatz und das sagt er in dem Zelt, das vor der Parteizentrale, zwischen Burgtheater und Café Landtmann aufgebaut ist.

Hierher hat die SPÖ zur Abschlussveranstaltung des Wahlkampfs geladen, aber Faymann sagt eindringlich: "Am Ende eines Wahlkampfs ist es noch nicht aus."

Das bezieht sich nicht nur auf den Europawahlkampf, es bezieht sich auch auf alle möglichen kommenden Wahlkämpfe. Schließlich sitzt Wiens Bürgermeister Michael Häupl in der ersten Reihe. Da schweift man auch gerne vom Europathema ab - selbst der als erfahrener Europäer präsentierte Spitzenkandidat Hannes Swoboda kann es nicht lassen, auf die Wiener Kommunalpolitik anzuspielen, aus der er schließlich kommt: "Ich habe noch keinen Gemeinderat der FPÖ gesehen, der Probleme löst, ich habe welche gesehen, die Probleme geschaffen haben."

Überhaupt die FPÖ: Sowohl der Kanzler als auch der Spitzenkandidat widmen in ihren kurzen Reden der freiheitlichen Konkurrenz die meiste Zeit. "Die Freiheitliche Partei braucht niemand, in dieser Regierung nicht und auch in keiner anderen" , sagt Faymann - auch ihm ist die Politik in Wien näher als die in Straßburg und Brüssel.

Swoboda beschwört vor seinem überwiegend aus reiferen und älteren Parteigängern zusammengesetzten Publikum den antifaschistischen Schwung der Jugend: "Eine Partei, die so eine Jugend hat, kann stolz sein!" Zwei Dutzend junger Wahlhelfer winken artig mit Taferln, die Swobodas "A-Team für Europa" bewerben.

Dann geht er auf die "Einigkeit der Partei gegen die Hetze von rechts" ein und grenzt sich von der ÖVP ab, nicht nur wegen deren Haltung zur FPÖ: "Weder Schüssel noch Strasser können sich absentieren, weil sie Verantwortung tragen für diese Wirtschaftskrise." Und schließlich doch noch etwas Europa: "Wir brauchen nicht das Aufhetzen der Menschen. Nicht in Wien, nicht in Österreich, nicht in Europa. Und dann schaut dieses Europa anders aus!" (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2009)

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    Gibt sich kämpferisch: SP-Frontmann Swoboda

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