Selbstpreisgabe in sozialen Netzwerken

5. Juni 2009, 18:58
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Was ein Stalker oder ein Pädophiler so gerne wissen würde

Ein deutscher Journalist, Enddreißiger, berichtete vor kurzem vor einer Datenschutzkonferenz, wie er sich auf einer "Freundschafts"-Seite einer Elfjährigen gegenüber als Gleichaltriger ausgab und bald ein komplettes Profil von ihr beisammen hatte: Namen, Adresse, Fotos, Schule, Lieblingstreffpunkte, Hobbys, persönliche Vorlieben - fast alles eben, was man von einer Elfjährigen wissen kann. Und was ein Stalker oder ein Pädophiler so gerne wissen - und verwenden - würde. Dass vor allem Jugendliche in den sozialen Netzwerken im Netz oft viel zu viel von sich preisgeben, darauf hat die Arbeiterkammer jetzt als eine von zahlreichen Institutionen wieder aufmerksam gemacht.

Das Unbehagliche ist aber: Wer einmal im Netz drinnen ist - mit seinen Daten - kommt nur sehr, sehr schwer wieder heraus. Die Forderung an die Betreiber lautet daher, dass die User von sozialen Netzwerken die Kontrolle über einmal im Internet veröffentlichte Daten stets behalten, etwa ein Verfallsdatum vorsehen und personenbezogene Daten auf Wunsch wieder löschen können. Bis dahin wäre es klug, sich zu überlegen, was man von sich preisgibt. (Hans Rauscher/Der STANDARD Printausgabe, 6.6.2009)

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