Ein Jahr nach der EURO

"Es gibt eben zu viele Träumer"

6. Juni 2009, 11:20
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    foto: apa/schneider

Ein Jahr nach der EURO wirken Bilanzen eher ernüchternd. Für Josef Hickersberger auch ein Resultat zu hoher Erwartungen

Standard: Sie haben ungefähr 360- mal über die EURO geschlafen. Was ist hängengeblieben?

Hickersberger: Es gibt bleibende Eindrücke. Die Vorbereitung war optimal, die Mannschaft hat fantastisch mitgearbeitet.

Standard: Verklären Sie da nicht die Vergangenheit?

Hickersberger: Ich bin wirklich der Letzte, der das tut.

Standard: Sie haben vermutlich die Geschehnisse analysiert. Sind Sie dabei auf Fehler draufgekommen?

Hickersberger: Leider haben gar nicht so wenige in unserem Land erwartet, dass Österreich Europameister wird. Es gibt eben zu viele Träumer, denen eine realistische Einschätzung unseres Fußballs völlig fehlt. Dazu zähle ich sicher nicht. Natürlich blieb eine Enttäuschung nach dem Aus in der Vorrunde zurück. Aber es war den Beteiligten immer klar: Wollen wir unter die besten acht kommen, muss alles passen. Dann darf man im Eröffnungsspiel gegen Kroatien nach vier Minuten keinen Elfer kriegen. Dann darf man gegen Polen nicht dreimal allein aufs Tor rennen und nicht treffen. Läuft es so, ist das Scheitern logisch. Es hatte nichts mit fehlendem Glück zu tun. Es ist eine Frage der Cleverness, der Kaltblütigkeit, der Klasse.

Standard: Haben Sie die falschen Spieler einberufen?

Hickersberger: Nein. Bei Marc Janko frage ich mich jetzt auch, was gewesen wäre, hätte er früher 39 Tore geschossen. Pech. Ich fühlte mich von den Spielern nicht im Stich gelassen. Weil ich nicht vergessen habe, dass wir in der Vor-bereitung gegen Deutschland und die Niederlande jeweils nach einer Stunde eingebrochen sind. Bei der EURO war das dann nicht mehr der Fall, wir konnten das hohe Tempo mitgehen. Die Hausaufgaben wurden also gemacht.

Standard: Stimmen Sie der These zu, dass die Auswirkungen auf den heimischen Kick eher gering waren?

Hickersberger: Es hat vor der EURO Diskussionen gegeben, ob man die Veranstaltung nicht zurückgeben sollte, weil die Nationalmannschaft nicht konkurrenzfähig ist. Das war kontraproduktiv und dumm. Man soll die EURO so sehen, wie sie war: wunderbares Turnier, tolle Organisation, guter Fußball. Wir durften nicht zu viel erwarten. Es ging immer darum, die Stadien zurückzubauen. Man hat nicht einmal fürs Finale ein neues errichtet. Das Wiener Stadion, eine vorsintflutliche Arena, wurde ein bisserl aufgemotzt.

Standard: Viele der beteiligten Spieler hatten danach Probleme, sich durchzusetzen. Kienast fand keinen Klub, Macho, Ivanschitz und Harnik wurden Reservisten, Pogatetz ist in England abgestiegen. Auch Prödl bekam bei Werder Bremen eher schlechte Kritiken.

Hickersberger: Das war absehbar, hat mit der EURO überhaupt nichts zu tun. Die Ausnahmespieler fehlen in dieser Generation. Ein Zustand hat sich lediglich fortgesetzt.

Standard: Ist das Team danach sogar schwächer geworden?

Hickersberger: Das möchte ich nicht beurteilen. Gegen Frankreich hatte man Glück, wurde gegen ein weit besseres Team dank Standardsituationen 3:1 gewonnen. Auf Dauer kann man nur durch stärkere Leistungen die Kluft zur Spitze verringern. Mit Glück gewinnst du ab und zu ein Match, es bringt dich aber nicht wirklich weiter.

Standard: War Ihr Wechsel in die Vereinigten Arabischen Emirate auch eine Form der Verarbeitung, eine Flucht?

Hickersberger: Nein, das war nur eine logische Folge. Ich wollte täglich mit Spielern arbeiten, das macht Spaß, das liebe ich. Jeden Tag ins Büro zu fahren, an Sitzungen teilzunehmen, ist nicht das Wahre. Es fehlte auch die Perspektive nach der WM-Auslosung. Alle, die sich auskennen, wussten, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, sich für Südafrika zu qualifizieren. Mein einziger Fehler war, dass ich am Tag nach dem 0:1 gegen Deutschland gesagt habe, dass ich weitermache. Meine Frau hat mich mit den Worten ‚Spinnst du?‘ rasch auf den Boden der Realität zurückgeholt. Dafür danke ich ihr. (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe, 6.6.2009)

ZUR PERSON: Josef Hickersberger (61) tratnach der EURO als ÖFB-Teamchef zurück. Der Niederösterreicher unterzeichnete einen Vertrag beim FC Al Wahda in Abu Dhabi, wo er kürzlich um ein Jahr verlängert hat.

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G'söchte Supp'n
00
17.6.2009, 15:03

ja ja, die pösen pösen träumer - erreichen doch oft wirklich etwas, was anderen zustünde, den viel besseren nämlich. so wie dänemark oder griechenland bei europameisterschaften....

M_DeNiro
00
15.6.2009, 09:48
Having a dream is the beginning of every big success!!!

Peda72
00
14.6.2009, 05:07
wer keine tore schiesst...

... wird nicht gewinnen!

und ich hoffe nur der gspurnig, ach egal, is e schon wurscht!

die hoffnung stirbt zuletzt, und dass seit 20 jahren! ;)

immer wieder, immer wieder, immer wieder österreich!

redkanstus
00
10.6.2009, 17:18
hicke hat getan was von ihm zu erwarten war...

österreich hat bei der euro so gespielt wie rapid in der cl; ganz gut (mit)gespielt, aber letzlich verloren. vielleicht war das ohnehin das maximum, das man (in beiden fällen) rausholen konnte. wirklich wissen werden`s wir wohl nie.

ich frage mich nur ob man nicht für so ein einmaliges ereignis einen wirklichen weltklassetrainer hätte engagieren sollen. wenn ein guss hiddink mit australien und südkorea (nicht auch china?)erfolgreich war, hätte ihn vielleicht auch österreich gereizt. das geld hätte man schon irgendwie auftreiben können.

IggyPop93
 
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Naja unter Hicke ist den meisten Fans eh das Träumen vergangen.
Mit ein wenig mehr Mut in der Aufstellung wäre sicher mehr gegangen. Obwohl Kienast schon mal sehr mutig war. Vastic wurde als Joker verpulvert etc ... Nein ich glaube nicht wir wären Europameister geworden, vielleicht wäre aber der Aufstieg in die nächste Runde doch gelungen oder zumindest ein Achtungssieg gegen einen der Gruppengegner.

Pannonia Jack
11

Hicke hat alles richtig gemacht!!!!!

thailandpeter2
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zu defensiv...

ich finde unter hickersberge und auch unter brueckner wurde ein gravierender fehler gemacht: meistes zu defensivegespielt, 1 stuermer, tief stehen. dass dabei der druck des gegners auf die verteidiger groesser wird, und die wahrscheinlichkeit, dass es zu fehlern kommt, auch groesser, ist dabei uebersehen worden. in belgrad laesst constantini mit einer 'mutigen aufstellung' spielen - und auf einmal geht's viel besser. die mannschaft ist noch nicht ganz dort, wo sie sein sollte, aber schon besser als in den letzten jahren...

FC St. Pauli
 
00

bei der euro hat man in hickersberger seine handschrift erst lesen können.....hat ma daugt wies gspielt haben...

aber klar, es wär mehr möglich gewesxen als ein punkt. polen hätt ma wegschießen müssen.

man stelle sich vor(ich weiss, hätti wari) wir schlagen polen 3:0, dann hättens den hicke alle in den himmel gejubelt....

angmar hexenkönig
20
Da versucht einer das eigene Versagen ...

...und seine Freunderlwirtschaft schönzureden.

Von wegen, es gäbe keine Klassespieler in Österreich.
Zum Thema Scharner hat er auch nichts mehr gesagt.

Ich befürchte des öfteren, dass Hickersberger unter dem Burn-Out-Syndrom leidet.

Alex popelino
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Traummännlein

Ja ja mit Spielern wie hiden gegen D anzutreten und den jungen Hoffer zum ersten mal in der Partie zu bringen, dazu Ivan als unumstrittener Kapitän, den ümit erst so spät zu bringen im Turnier, also was man sich dabei denkt?
Einzige Erklärung ist, dass manche Menschen in Hicke seinem Alter sentimental werden und dann möchte man den Buben halt die einen über die letzen Jahre begleitet haben einfach Dankeschön sagen, indem man sie dan zur Euro mitnimmt, danke nochmal Hicke, du sentimentalster aller teamchefs.

Biene Mayer
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Bei Hiden wird sich im Vorfeld so mancher an den Kopf gegriffen haben, aber im Endeffekt war Hiden in dem Spiel der einzige Verteidiger, der nicht gepatzt hat und auch sonst ein sehr solide Partie gespielt hat.
Ümit war gegen D immerhin in der Startelf - wenn dich das so wurmt, frag mal den Didi wo er gestern war.

der_Troubadour
13

kein mensch in AUT hat geglaubt dass diese truppe europameister wird. das ist ja lächerlich was herr h. hier redet.

Biene Mayer
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Vielleicht ist es auch ein klein wenig lächerlich, das Stilmittel Hyperbel nicht zu begreifen.

Everchange
01
Vielleicht ist es aber genau so lächerlich von Hicke

diese zu verwenden. ER SELBST und sein Präsident haben das Minimalziel Viertelfinale ausgegeben. Wortwörtlich. jetzt sind die Fußballfans dran schuld, weil sie dieses minimalziel auch einfordern wollten? (Denn mehr als das Viertelfinale hat wohl auch der größte Optimist nicht erwartet)

Das 1/4 Fianle wäre zu erreichen gewesen. Auch mit diesem Spielerpool. Verchoachte spiele gegen Kroatien und Deutschland sowie Pech und Unvermögen gegen Polen und aus wars. Für zwei der drei Faktoren muß man Hicke zur Verantwortung ziehen.

der postbote
14
Leider haben gar nicht so wenige in unserem Land erwartet, dass Österreich Europameister wird

das hat NIEMAND erwartet, so ein humbug. erwartet haben sich hingegen viele, dass sich die mannschaft am riemen reisst, tore schießt und vielleicht angetrieben vom heimvorteil zumindest die gruppenphase übersteht. und das wäre durchaus möglich gewesen.

Everchange
11
Witzig

herr Hickersberger zählte bei der katastrophalen Vorbereitung das ebenso katastrophale Spiel gegen Japan als Sieg, da das anschließende Elfmeterschießen gewonnen wurde.

Und genau derselbe Hicke spielt jetzt die Siege gegen Frankreich und Rumänien als zufallsprodukt runter, die halt hin und wieder passieren.

Ich mein, wir waren weder gegen Rumänien, noch gegen Frankreich die bessere Mannschaft, aber vorher seine eigene "Leistung" in einer solch lächerlichen Art in den Himmel heben und dann so eine Aussage ist nicht gerade konsequent und spricht nicht für seinen charakter.

santa p schnabbs
01

fehler: katzer, hiden, aufhauser, kienast einberufen; die auswechslungen im spiel gegen D wird ausser ihm auch nie wer verstehen; wer in den vorbereitungsspielen soviel schwierigkeiten hat beim tore schiessen wird sich halt bei der em auch nicht leichter tun (stuermer a la ibrahimovic kann der hicke auch nicht hervorzaubern, aber das war ja nicht der einizge grund), usw, usw.
da ist ihm kein einziger eingefallen?

Rechtsanspruch auf Veröffentlichung besteht nicht
01
einfach nur peinlich

old trafford
43

jedesmal wenn ich ihn seh, bekomme ich einen stich in mein fußballherz.

können es die medien dann bitte langsam unterlassen, uns wieder und wieder interviews mit diesem versager zu präsentieren? und auch ob er mit seiner arabischen mannschaft 4, 5 oder 6 mal hintereinander verloren hat, ist mir sowas von egal!

Strich Punkt
43
Guter Trainer

Auch wenn ihnen seine Mannschaft in Abu Dhabi wurscht ist: der Mann ist ein guter Trainer.
Er hat unser Team zusammengeschweißt und super auf die EURO vorbereitet.
Sie ist halt ein bisschen zu früh gekommen, denn mit einem Janko oder Hoffer oder auch Arnautovic in Topform wären die herausgespielten Möglichkeiten verwandelt worden und wir hätten es wirklich schaffen können!!!
Aber nur, weil das, was zu erwarten war, eingetreten ist, ist er kein schlechter Trainer.

Micaela Sklubova
12
Froh, ihn los zu sein

Eine weitere Bankrotterklärung des Herrn Hicke.

Alleine für die Aussage, er wollte den Job nicht mehr, weil Ö eh keine Chance hat, sich für die WM zu qualifizieren, gebührt ihm ewiges Berufsverbot.
Wofür wollte er dann bei der EURO überhaupt antreten??? Wenn jeder Realist wusste, dass wir keine Chance aufs Viertelfinale haben.

Dass er keine Fehler eingestehen kann, ist genauso enttäuschend. Es war SEIN Fehler, Aufhauser zu vertrauen, dessen Unter-Form und Langsamkeit seit 3 Jahren allgemein bekannt war. Und genau dessen Langsamkeit hat uns den Elfer nach 3 Minuten EURO eingebrockt.

haista paska
13

nein hicke! es gibt viel zu wenige träumer oder konkreter visonäre im österreichischen (fußball)

Wiener Mafioso
12

Blablabla.

Hauptsache, der Hr. Hickersberger verdient wieder viiiiiieeeeeel Kohle irgendwo im Süden. Und er kann's allen anderen damit beweisen, dass er eh der Beste war/ist.

Diese Person hätte Charakter zeigen können, als er mit Rapid in der Cl war. Aber nein, da war auf einmal die Kohle und die Chance, Teamchef zu sein bei der EM. Und damit, seine eigen persönliche Niederlage auszumerzen.

Und was hat es gebracht? - Null.

DPfand
11
Mit der Bemerkung

über das Happel hat er aber Recht. Das bleibt, neben der Erinnerung an die Gruppenphase, für die nächsten Jahrzehnte: ein übler, veralteter Bau.

Dreifaltigkeit
22

wenn es für jemanden 39 tore bedarf, um zu erkennen, dass janko besser ist, als kienast, muss man nicht mehr viel dazu sagen...

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