"Frauen verkaufen billiger"

5. Juni 2009, 16:54
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Neue Studie zum emotionalen Wert eines Unternehmens

Der aus Sicht des Käufers ideale Unternehmensverkäufer "hat das Unternehmen gegründet, ist physisch und psychisch stark belastet, hat mittelschwere Konflikte bewältigt, gibt wenig auf Tradition und ist weiblich", heißt es in einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmens Ernst & Young in Kooperation mit dem Center for Family Business der Universität St. Gallen. 

Emotional Value. Der emotionale Wert, ein Unternehmen zu besitzen ist Titel der Untersuchung, die sich der Frage widmet, worauf es bei der Unternehmensnachfolge ankommt. Dafür wurden deutsche 349 Unternehmer befragt.

"Der durchschnittliche Eigentümer ist Mitte fünfzig, männlich, gebildet, arbeitet viel, verdient gut und besitzt rund zwei Drittel des Eigenkapitals", so die Studienautoren. "Das durchschnittliche Unternehmen ist in der Nachkriegszeit gegründet worden, mindestens im Besitz der zweiten Generation, mit etwa 500 Mitarbeitern relativ groß, wird als Familienunternehmen betrachtet und zeichnet sich durch gute Performancezahlen aus."

Unter den Studienergebnissen finden sich folgende Erkenntnisse:

  • "Gründer verkaufen billiger als Nichtgründer": Es zeichne sich das Bild ab, dass Gründer aufgrund jahrelang ertragener Belastungen einfach aussteigen wollen und dafür auch bereit sind, einen geringeren Preis in Kauf zu nehmen.
  • "Je länger die Familie das Unternehmen besitzt, desto teurer wird verkauft": Die Dauer des Besitztums hat entscheidenden Einfluss auf die Verbindung zwischen Familie und Unternehmen, deren Aufgabe nur infrage kommt, wenn dies finanziell kompensiert wird.
  • "An Familienmitglieder wird deutlich billiger verkauft": Die niedrigsten akzeptablen Verkaufspreise bei einem Verkauf an Familienmitglieder erreichen nur 78 Prozent des Werts, der bei einem Verkauf an Dritte verlangt wird.
  • "Frauen verkaufen billiger als Männer": Der Unterschied liegt bei 18 Prozent. Grund: Frauen messen materiellen Dingen schlicht einen geringeren Wert zu. (mad, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.6.2009)

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