La Caixa und Erste Group als "Verbündete"

5. Juni 2009, 15:49
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Spanier feiern Allianz mit österreichischer Großbank als "wichtigen Expansionsschritt"

Die österreichische Erste Group und die spanische Großsparkasse La Caixa sind eine Kooperation eingegangen, die - geht es nach den Spaniern - mit bis zu 20 Prozent Aktienkapital in der börsenotierten Ersten unterlegt sein könnte. Die drittgrößte Sparkasse Spaniens mit Sitz in Barcelona ist über ihr Beteiligungsvehikel "Criteria Caixa" mit einer zunächst marginalen Aufstockung von 4,9 auf 5,1 Prozent jetzt schon zum zweitgrößten Erste-Einzelaktionär geworden. Größte Erste-Aktionärin ist weiterhin mit 31,1 Prozent die Erste-Stiftung, dann folgen die österreichischen Sparkassen mit zusammen 9,3 Prozent.

In dem Donnerstag Abend vermeldeten Kooperationsvertrag ist ausdrücklich davon die Rede, dass die Spanier weiter aufstocken können. Während die Erste Group zum möglichen künftigen Ausmaß auch am Freitag keine Angaben machte, schreiben spanische Medien, dass La Caixa ohne jegliche Restriktionen auf 10 Prozent aufstocken kann und mit Zustimmung der Erste-Stiftung auf bis zu 20 Prozent gehen könnte.

"Wichtiger Expansionsschritt"

In der Zeitung "El Mundo" hob der La Caixa-Generaldirektor und Manager von Criteria Caixa, Juan Maria Nin (er sitzt seit Mai auch im Erste-Aufsichtsrat) hervor, dass seine Kunden aus der strategischen Vereinbarung großen Nutzen ziehen würden, wobei er den Zugang zu hervorragenden Finanzdienstleistungen erwähnte. Das nun erzielte Abkommen setze einen neuen sehr wichtigen Schritt in der internationalen Expansion der La Caixa, entsprechend der strategischen Pläne für den Zeitraum 2007 bis 2010.

La-Caixa-Präsident Isidro Faine bezeichnete in "El Mundo" die Erste Group als "den besten Verbündeten, auf den wir zählen können", wenn es darum gehe, "in einer Region Europas Fuß zu fassen, die noch immer Perspektiven eines langfristigen Wachstums bereithält". La Caixa will, wie berichtet, mit Hilfe der Erste Group in den Wachstumsmarkt Osteuropa vorstoßen.

Die Verbindung mit der Erste Group "empfinden wir als freundschaftlich", wird Faine in dem spanischen Blatt zitiert, "mit einer klaren strategischen langfristigen Orientierung".

Erste-Chef Andreas Treichl bewertete La Caixa in einer Mitteilung schon am Donnerstagabend als einen "strategischen Partner", der auf eine lange Erfolgsgeschichte als "zuverlässiger unterstützender Minderheitsaktionär" verweisen könne.

"Schutzwall"

Criteria Caixa ist die Investmentgesellschaft der spanischen Großsparkasse. In Wiener Finanzkreisen war zuletzt davon die Rede, dass die Spanier gemeinsam mit der Erste-Stiftung eine Art Schutzwall gegen feindliche Übernahmeattacken bilden könnten. Erste-Chef Treichl werden in Finanzkreisen große Ambitionen nachgesagt, mit Vereinbarungen mit diversen strategischen Partnern einen solchen Schutzwall zu verstärken. Die Erste war wiederholt als Übernahmeziel auf den Radarschirmen aufgetaucht. (APA)

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    Juan Maria Nin, Generaldirektor von La Caixa, Manager von Criteria Caixa und seit Mai auch Erste-Aufsichtsrat, glaubt, dass seine Kunden aus der strategischen Vereinbarung mit der Erste Group großen Nutzen ziehen werden.

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