Wenn die Unsicherheit lähmt

6. Juni 2009, 18:24
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Bei alten Menschen schränkt ein unsicheres Gefühl die Mobilität massiv ein

Boston/Gelsenkirchen - Alte Menschen, die ihre Umgebung als gefährlich empfinden, sind weniger mobil und leiden häufiger an körperlichen Gebrechen. Das berichten MedizinerInnen der Harvard Medical School im Journal "BMC Public Health". Sie befragten 2.000 PensionistInnen über ihr Sicherheitsgefühl und verglichen die Ergebnisse mit ihrem Gesundheitszustand sowie mit der Kriminalitätsrate ihrer jeweiligen Wohngegend.

Sichtbar wurde dabei die Bedeutung der sicheren Umgebung für die Gesundheit im Alter. "Die Vorstellung, in Unsicherheit zu leben, geht vom Denken auf den Körper über und schränkt die Mobilität massiv ein. Wir haben es hier mit psychosozialen oder auch psychologischen Prozessen zu tun", so das Resümee der Studienleiterin Cheryl R. Clark.

Ergebnisse

Wie gefährlich PensionistInnen ihre Wohngegend einschätzten, stimmte in den meisten Fällen mit der Kriminalitätsrate ihres Viertels auch tatsächlich überein. Darüber hinaus wurde sichtbar, dass die Vorstellung der Menschen, in einem gefährlichen Stadtviertel zu wohnen, mit der Entwicklung von Gebrechen und Behinderungen zusammenhängt. Unsicher fühlen sich vor allem alte Menschen, die niedrige Pensionen beziehen. Es ist für sie wahrscheinlicher, in unsicheren Gegenden zu wohnen.

Außerdem, vermuten die ForscherInnen, siedeln sich in Gegenden, die an hoher Kriminalität leiden oder als gefährlich gelten, seltener die Betriebe an, die alte Menschen mit notwendigen Waren und Dienstleistungen versorgen. "Alle Maßnahmen, die das Sicherheitsgefühl alter Menschen verbessern, können Schritte zur Verringerung der Risiken sein, das eingeschränkte Mobilität für sie bringt", so Clark. (pte/red)

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