Verdächtiger aus U-Haft entlassen - stellt Asylantrag

5. Juni 2009, 15:19
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Beweislage nicht ausreichend - Sein Anwalt will Abschiebung verhindern: "Er hat Angst, in seiner Heimat umgebracht zu werden"

Wien - Im Zusammenhang mit der Schießerei im Wiener Ravi Dass-Gebetshaus, bei der am 24. Mai ein Prediger erschossen wurde, ist am Freitagnachmittag einer der Verdächtigen aus der U-Haft entlassen worden. Das teilte sein Anwalt Philipp Winkler mit. "Bei ihm reicht die Beweislage nicht aus, um weiter von einem dringenden Tatverdacht auszugehen", sagte Winkler.

Bei dem enthafteten Inder handelt es sich nach Auskunft seines Rechtsvertreters um den 33-jährigen Hardeep S., der sich seit 2008 illegal in Österreich aufgehalten haben soll. "Er hat mit der ganzen Sache nichts zu tun", sagt sein Anwalt. "Der dringende Tatverdacht ist nach Einschätzung des Haftrichters bei ihm weggefallen", bestätigt der Gutachter. Da der Mann sich ohne rechtliche Grundlage in Österreich befindet, wurde er zwar aus der Justizanstalt Wien-Josefstadt entlassen, aber in Schubhaft genommen und soll abgeschoben werden.

Sein Anwalt will das verhindern: "Er hat Angst, dass er in seiner Heimat umgebracht wird, sobald er dort das Flugzeug verlässt. Ich werde daher umgehend einen Asylantrag stellen."

U-Haft für weitere Verdächtige verlängert

Demgegenüber wurde über drei weitere Inder - darunter der angebliche Hauptverdächtige, der mit einem Kopfschuss im Spital liegt und sich im künstlichen Tiefschlaf befindet - die U-Haft verlängert. Nach dem Anschlag waren insgesamt sechs Männer als mutmaßliche Attentäter in Gewahrsam genommen worden. Für zwei von ihnen soll die Haftprüfung in der kommenden Woche stattfinden. (APA)

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