Software-Firma spürt gestohlene Laptops auf

5. Juni 2009, 13:53
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Eine Software-Firma verspricht ihren Kunden, gestohlene Notebooks zu orten und bei Bedarf auch gleich vertrauliche Daten zu löschen

Die kanadische Software-Firma Absolute verspricht ihren Kunden, gestohlene Notebooks zu orten und bei Bedarf auch gleich vertrauliche Daten zu löschen. Das klingt zwar praktisch, macht den Benutzer aber zum gläsernen Notebook-Inhaber, so das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

"In der Stadt funktioniert das aufgrund der hohen Dichte von bekannten WLAN-Routern ganz gut. Auf dem Land sind die Erfolgsaussichten geringer"

Prinzipiell ist es eine feine Sache: Ein Notebook mit Computrace-Abo sendet alle 24 Stunden über das Internet eine Statusmeldung an die Zentrale der kanadischen Firma Absolute Software. Die Berichte umfassen Dutzende Merkmale des Absender-Geräts, darunter Listen der installierten Soft- und Hardware, die IP-Adresse sowie den Benutzer- und Computernamen. Der Standort ergibt sich aus WLAN-Daten: "In der Stadt funktioniert das aufgrund der hohen Dichte von bekannten WLAN-Routern ganz gut. Auf dem Land sind die Erfolgsaussichten geringer", warnt c't-Redakteur Christian Wölbert vor zu viel Euphorie.

15 Minuten

Im Falle eines gemeldeten Diebstahls überträgt das Notebook alle 15 Minuten einen Bericht an den Server von Absolute - vorausgesetzt, das Notebook bleibt online. Dann ist die Firma auch in der Lage, auf Kundenwunsch wichtige Daten zu löschen, die nicht in fremde Hände gelangen sollen. Bei Bedarf kann Absolute auch Trojaner und Keylogger auf dem Notebook einschleusen. Klappt die Ortung, kann nach einer Anzeige die Polizei einschreiten und das Notebook konfiszieren. Computrace ist aber nicht sicher gegen Manipulationen - ein IT-Profi könnte die Schutzsoftware unbrauchbar machen.

Hardware- Erweiterung

Wenn Computrace tatsächlich versagt, kann eine Hardware- Erweiterung von Intel das Notebook komplett sperren, sollte es innerhalb eines zuvor definierten Zeitraums keinen Kontakt mit den Servern in Übersee aufnehmen.

Was gegen Notebook-Diebstahl schützen soll, ist unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes sehr heikel. Als Privatmensch kann man selbst entscheiden, ob man einer Firma so viele Daten anvertrauen möchte, die damit auch ein Bewegungsprofil erstellen kann. Hauptkunden von Absolute Software sind jedoch Unternehmen. Dort lässt sich das System theoretisch für eine Mitarbeiterüberwachung missbrauchen. (red)

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