Jugendbanden festgenommen

5. Juni 2009, 13:41
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Sie hatten andere Jugendliche bedroht, geschlagen und ihnen Handys, I-Pods und Bargeld geraubt

Schlagen, treten, mit dem Messer bedrohen: Wenig zimperlich ist eine 13-köpfige Jugendbande, bestehend aus zwei Mädchen und elf Burschen im Alter von 13 bis 18 Jahren, in Wien vorgegangen - mit dem Vorhaben, vorwiegend schwächeren und altersmäßig unterlegenen Jugendlichen Handys, I-Pods und Bargeld zu rauben. Sie konnte von der Sondereinsatzgruppe Jugend im Landeskriminalamt (LKA) Wien ausgeforscht und festgenommen werden. Weiters gelang es ein Burschen-Duo, das ähnlich brutal vorging und für elf Fakten verantwortlich gemacht werden kann, dingfest zu machen, berichtete die Polizei am Freitag.

Von Mitte November 2008 bis zur Ausforschung aller 13 Mitglieder der Bande, die überwiegend in der Gegend des Bahnhofs Hütteldorf aktiv war, sind fünf Monate verstrichen. Fünf Beschuldigte konnten am 2. April auf frischer Tat ertappt werden, als sie einen Jugendlichen mit einem Messer bedrohten und dessen I-Pod raubten. Im Zuge der Einvernahmen ist man auf acht weitere Jugendliche gekommen, sagte Ermittler Erwin Rieder. Insgesamt gehen 14 Überfälle auf das Konto der Gruppe.

Opfer bedroht

Die Opfer wurden eingekreist und bedroht oder unter einem Vorwand abgelenkt und anschließend bestohlen. Dabei gingen die jugendlichen Täter nicht zimperlich vor: Bei Widerstand hagelte es Schläge ins Gesicht, zweimal wurde Pfefferspray und ein Butterflymesser eingesetzt. Blessuren, Abschürfungen, Rötungen oder ein blaues Auge waren nicht selten. Die Beute wurde rund um den Westbahnhof verkauft. Bei den Einvernahmen zeigten sich die Festgenommenen geständig, als Motiv gaben sie Geldnöte an.

Weiters gelang es der Sondereinsatzgruppe zwei Burschen im Alter von 14 und 17 Jahren festzunehmen, die mehrere schwere Raubüberfälle zwischen 15. April und 20. Mai im Bereich der Mariahilfer Straße begangen hatten. Dabei war immer ein Butterflymesser im Spiel, so der Ermittler. Dieses sei zwar nicht verwendet worden, bei Widerstand habe es aber Fäuste gehagelt. Abgesehen hatten es die jugendlichen Täter vorwiegend auf Mobiltelefone. Der 14-jährige wurde heuer bereits einmal festgenommen und war kurzzeitig in U-Haft gesessen. Er wurde im Zuge eine Streife auf der Mariahilfer Straße festgenommen und nannte bei der Einvernahme den Namen seines 17-jährigen Mittäters.

In einem der elf Fälle hat das Duo über das Internet eine Fußball-Nachwuchsmannschaft im 22. Bezirk ausfindig gemacht und sich dort angemeldet. Nachdem sie verspätet zum Training erschienen, haben sie sich vom Trainer den Schlüssel zur Kabine geben lassen, daraufhin mehrere Mobiltelefone der Spieler gestohlen, die sie anschließend in Handyshops verkaufen. Als Motiv gaben sie ebenfalls Geldnöte an. (APA)

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