Petz: Printmedien werde es "noch sehr lange geben"

5. Juni 2009, 11:23
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Zusammenschluss mit Styria "strategische Entscheidung" - Krise hat Prozess beschleunigt - Oberhauser prangert "Impertinenz" der Parteien an

Einen optimistischen Blick auf die Zukunft der gedruckten Medien hat Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Tiroler Moser Holding. "Printmedien wird es noch sehr lange geben", sagte Petz Donnerstagabend bei der Veranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der PR-Agentur "hofherr communikation" in Innsbruck. Erst Anfang dieser Woche war bekanntgeworden, dass die Styria Medien AG und die Moser Holding ihre Regionalmedienaktivitäten zusammenlegen.

Den Zusammenschluss mit der Styria AG bezeichnete Petz als "strategische Entscheidung". Die Krise habe diesen Prozess lediglich beschleunigt, aber nicht ausgelöst. Zu einem Wandel in der Medienbranche wäre es auch ohne Rezession gekommen, meinte er. Als Zukunftsstrategien sah er neben der Konzentration der Kräfte auch die regionale Gewichtung. "Die 'Tiroler Tageszeitung' (TT) ist ein sehr regionales Produkt und das wird immer so sein", sagte er. Wichtig seien selbstständige regionale Medien, die sich gleichzeitig auch in einem "nationalen Kontext" sehen.

"Mehr Chancen als Risiken"

Obwohl sich der Anteil der Moser Holding in der neu zu gründenden AG auf 27 Prozent reduzieren werde, ergeben sich aus der Helikopterperspektive betrachtet wesentlich mehr Chancen als Risiken, führte Petz an. Auf die Frage, in welchen Bereichen man sich Synergien zunutze machen könnte, verwies er vor allem auf Druck, Logistik und Produktion, die rund 50 Prozent der Kosten ausmachen würden und die Redaktion in der weitere 25 Prozent der Kosten anfallen.

Elmar Oberhauser, Informationsdirektor des ORF, plädierte in der Diskussion zum Thema "Medien im Wandel der Zeit" vor allem für einen "sauber geführten" und "objektiven" ORF, befreit von der Kandare der Politik. "Sie haben keine Vorstellung mit welcher Impertinenz Parteien, alle Parteien, versuchen Einfluss zu nehmen", sagte Oberhauser. Da werde nicht gebeten, sondern angeschafft. Derzeit sei die ORF-Information allerdings so sauber wie noch nie, betonte er.

Das Fernsehen werde auch in Zukunft seinen Platz haben, dass man Marktanteile verlieren werde, damit müsse man allerdings rechnen. Der ORF müsse "österreichischer" werden, die Leute müssen sich wiederfinden, erklärte Oberhauser. Es reiche nicht, amerikanische Serien einzukaufen. (APA)

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