Viel oder wenig Fett und Zucker?

5. Juni 2009, 10:53
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AK fordert verbraucherfreundliches Modell der Ernährungsampel für einfache Nährwertkennzeichnung

Wien - Die AK verlangt eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung in Form einer verbindlichen Ernährungsampel, die in Farbe über Fett, gesättigte Fette, Zucker und Salz informiert - ein Blick soll klar machen, ob Dick- oder Fitmacher. "Denn Informationen über Fett, Zucker und Kalorien in einem Produkt muss man oft erst genau suchen. Oder man findet sie gleich gar nicht, weil die Nährungswertkennzeichnung freiwillig ist und nur dann nötig, wenn Ernährungs- oder Gesundheitswerbung gemacht wird", sagt Harald Glatz, Leiter der AK Konsumentenpolitik. Die EU will die Nährwertkennzeichnung neu regeln. Die politische Diskussion darüber läuft auf Hochtouren. Das Europäische Parlament wird sich nach den EU-Wahlen damit befassen.

Auf einen Blick

"Konsumenten müssen leicht erkennen können, welche Produkte weniger oder mehr Fett, Zucker oder Salz enthalten", sagt Glatz. Die AK will daher diese Ampelsystem - rot für viel, gelb für mittel, grün für wenig Zucker, Fett und Salz. Und eine Kalorieninfo gibt es auch noch. Die Ampel soll auf der Vorderseite des Produkts sein, eine ausführliche Nährwerttabelle auf der Rückseite. Studien zeigen, dass gerade farbige Symbolsysteme KonsumentInnen am Besten verstehen. Die Ernährungsampel ist auf ernährungswissenschaftlichen Kriterien begründet und einfach verständlich, weil sie auf Forschungen mit Konsumenten aufbaut.

Werbung keine Informationsquelle

Die Ernährungswirtschaft versucht das steigende Interesse an einer gesunden Ernährung vorrangig mit Werbung zu decken. Produkte mit Angaben wie "kalorienreduziert", "fettarm" oder "mit Vitaminen" werden immer mehr. Allerdings hat die Sache einen Haken: Werbung will in erster Linie verkaufen, nicht informieren. So kommt es nicht selten vor, dass ein fettarmes Produkt jede Menge Zucker liefert. "Daher ist als realistischer Gegenpool zur marktschreierischen Werbung, eine einfache und leicht verständliche Nährwertkennzeichnung, auch ein Gebot der Stunde", erläutert Glatz. 

Immer mehr Produkte, wie Fertigpizzen, Ketchup, (Kinder)Snacks, Cornflakes oder Wellnessdrinks, hätten oft keine Nährwertkennzeichnung oder sie seien unverständlich, kritisiert die AK.  Solche Produkte liefern aber oft viele versteckte Fette, unsichtbaren Zucker und häufig auch viel Salz - der Ernährungswert sei für Konsumenten schwer einschätzbar.

WKÖ kritisiert

Kritik an dem geforderten Modell kommt von der Wirtschaftskammer (WKÖ): Sie bezeichnete die Ampel als irreführend. Die Bewertung der Produkte anhand einzelner Nährstoffe sei willkürlich.  Laut einer Studie verstanden drei Viertel der Verbraucher "rot" auf Lebensmitteln als Stoppsignal im Sinne von "am besten gar nicht mehr verzehren", auch gelb wurde als abwertende wahrgenommen, so die WKÖ. Dieses Verständnis würde im Endeffekt zu einseitiger Ernährung führen. (red, derStandard.at)

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