Tag der Entscheidung für Chrysler

5. Juni 2009, 08:55
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Schnellverfahren am Freitag vor Berufungsgericht

New York - Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer Chrysler hofft weiter auf eine rasche Fahrt aus der Insolvenz. Im Schnellverfahren will ein New Yorker Berufungsgericht an diesem Freitag letzte Einwände von Gläubigern gegen den Rettungsverkauf an den italienischen Fiat-Konzern prüfen. Bei einer Entscheidung zugunsten Chryslers wäre der Weg für einen Neustart so gut wie frei.

Ein baldiger Abschluss des Gläubigerschutz-Verfahrens wäre ein von den meisten Experten beim Start vor gut einem Monat kaum erwarteter Erfolg. US-Präsident Barack Obama und Chrysler hatten eine Dauer von 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben. Auch der insolvente GM-Konzern könnte sich dann Hoffnung auf ein schnelles Verfahren machen, der Fall der bisherigen Opel-Mutter ist allerdings viel größer und komplizierter.

Fiat soll zunächst 20 Prozent an dem drittgrößten US-Hersteller Chrysler übernehmen und später eine Option auf die Mehrheit haben. Allerdings können die Italiener noch bis zum 15. Juni aussteigen, wenn das Geschäft nicht bis dahin rechtlich sicher ist. Vorerst wird die Autogewerkschaft UAW im Tausch für Milliarden-Zugeständnisse die Mehrheit an Chrysler halten, die USA und Kanada den Rest.

Das Berufungsgericht verhandelt am Freitag den Einwand eines Pensionsfonds im Bundesstaat Indiana. Er ist einer der Gläubiger, bei denen Chrysler mit knapp 7 Mrd. Dollar (4,9 Mrd. Euro) in der Kreide steht. Der Fonds selbst hat Forderungen von 42 Mio. Dollar und sieht sich beim geplanten Schuldenverzicht benachteiligt. Die Gläubiger sollen insgesamt 2 Mrd. Dollar bekommen.

Bereits am Donnerstag wollte der Insolvenzrichter endgültig über Widersprüche von Chrysler-Händlern entscheiden. Im Zuge der Sanierung will der Autobauer fast 800 Niederlassungen dichtmachen - rund ein Viertel aller Händler. (APA/dpa)

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