Studenten stundenlang bestialisch zu Tode gefoltert

4. Juni 2009, 19:45
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Lebenslange Haft für zwei Briten

London - Zwei Briten sind für die grausame Ermordung zweier französischer Elite-Studenten am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Londoner Richter verdoppelte die übliche Haftdauer wegen des "barbarischen" Verbrechens auf mindestens 35 beziehungsweise 40 Jahre. Die Täter, die unter Drogeneinfluss standen, hatten die beiden 23-jährigen Franzosen vor knapp einem Jahr stundenlang gefoltert. Sie stachen rund 250 Mal auf ihre Opfer ein und zündeten die entstellten Leichen an, um Spuren zu verwischen.

Die Biochemie-Studenten Gabriel Ferez und Laurent Bonomo waren Ende Juni vergangenen Jahres in Bonomos Wohnung tot aufgefunden worden. Auf die Opfer sei "wie in einem Anfall von Wahnsinn" eingestochen worden, hieß es. Eine der Leichen wies fast 200, die andere etwa 50 Messerstiche auf.

Offenbar wollten die Täter an das Geld ihrer Opfer herankommen. Den Ermittlern zufolge verlangten sie die Herausgabe der PIN-Nummern. Vermutlich wurden die beiden Franzosen getötet, nachdem der Versuch, Geld abzuheben, gescheitert war.

Die Anklage sprach von einer "Blutbad-Orgie". Der britische Justizminister Jack Straw verurteilte das Verbrechen als "abscheulichsten, sadistischsten und willkürlichsten Mord". Der Vater eines eines Opfers drückte nach dem Urteilsspruch seine Enttäuschung über die geringe Haftstrafe aus. Beide Täter seien "Tiere"; man sollte sie "nie mehr aus dem Gefängnis lassen".

Die 23 und 33 Jahre alten Täter würden es ihrem jungen Alter verdanken, dass sie am Ende ihres Lebens noch einmal freikommen könnten, sagte Richter John Saunders. "Das ist das schlimmste Verbrechen, über das ich bisher urteilen musste und leider kann ich keine Bestrafung veranlassen, die den Familien Trost gibt." 60 Jahre Haft für den jüngeren Täter "wären eine grausame Strafe, obwohl es für solch ein grausames Verbrechen gerechtfertigt sein könnte". Der jüngere, vorbestrafte Täter schaute bei der Urteilsverkündung zu den Eltern der Opfer herüber und zuckte mit den Achseln.

Dem Mord gingen Pannen bei den Verfolgungsbehörden voraus. Einer der Täter sollte den Rest einer früheren Haftstrafe absitzen. Weil die Anträge bei Haftantritt nicht vorlagen, kam der 23-Jährige vorübergehend wieder frei und war für einen späteren Zeitpunkt vorgeladen. In diesem Zeitraum wurden die Studenten ermordet. Sie standen kurz vor dem Abschluss von Forschungsarbeiten an der Elite-Universität Imperial College.Bonomos Mutter warf den Behörden vor, ihr Sohn könnte noch am Leben sein, wenn sie ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten.

Als Konsequenz aus der Behörden-Panne sollen in den nächsten zwei Jahren 100 neue Bewährungshelfer in London eingestellt werden. Der Leiter der Londoner Abteilung nahm bereits seinen Hut. Er begründete die Panne mit einer extrem hohen Belastung seiner Mitarbeiter. (APA/dpa/AP) 

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