Italienerin will Samenspende von komatösem Ehemann

4. Juni 2009, 19:36
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35-Jähriger leidet an Gehirntumor - Krankenhaus verweigerte Eingriff - Auch Gericht ist dagegen

Rom - Der Fall einer Italienerin, die sich mit dem Samen ihres im Koma liegenden Mannes befruchten lassen will, spaltet das Land. Die Frau möchte, dass Ärzte des Krankenhauses der lombardischen Stadt Pavia, in dem sich ihr an einem Gehirntumor leidender 35-jähriger Partner befindet, ihm Samen entnehmen. Bisher war noch keine Italienerin mit dem Sperma eines im Koma liegenden Mannes befruchtet worden.

Das Krankenhaus verweigerte den Eingriff mit dem Argument, dass für eine künstliche Befruchtung die Zustimmung beider Elternteile notwendig ist. Die Frau wandte sich daraufhin an ein Gericht in der norditalienischen Stadt Vigevano und blitzte auch dort ab. Die Richter befanden, dass die Frau kein Recht auf künstliche Befruchtung habe, da der im Koma liegende Mann nicht ausdrücklich seinen Kinderwunsch mitteilen könne. Die Italienerin will wegen gegen den Gerichtsbeschluss Einspruch einreichen, berichteten italienische Medien am Donnerstag.

Auch der Vatikan sprach sich entschieden gegen die künstliche Befruchtung mit dem Sperma eines im Koma liegenden Mannes aus. Der Mann könne nicht sein Einverständnis zur Samenentnahme und zur Zeugung eines Kindes geben, daher dürfe die künstliche Befruchtung auf keiner Weise erfolgen, sagte Bischof Elio Sgreccia, emeritierter Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben. (APA)

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