Ein Passivhaus fährt übers Meer

4. Juni 2009, 19:17
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    apa-foto: helmut fohringer

    Gregor Schlierenzauer fliegt über Whistler. Bei Olympia soll die Luft quasi sauberer als rein sein.

Österreichs Beitrag zu den grünen Winterspielen 2010 in Vancouver

Wien - Das Organisationskomitee der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2010 (Vanoc) verspricht, was weltweit gerne versprochen wird, nämlich besonders umweltverträgliche Veranstaltungen. Wie grün die Spiele tatsächlich ausfallen, wird vom 12. bis zum 28. Februar bzw. vom 12. bis 21. März zu beobachten sein.

Die Pläne sind schön. Von Energieeffizienz der Sportstätten und der Olympischen Dörfer in Vancouver und im 110 Kilometer entfernten Whistler Mountain, wo das Gros der Bewerbe stattfinden wird, ist die Rede. Auf dem British Columbia Highway sollen emissionsfreie, mit Brennstoffzellen betriebene Shuttle-Busse verkehren.

Vancouver, das sich 2003 und in Prag bei der Vergabe gegen Salzburg und Pyeongchang (Südkorea) durchgesetzt hat, verspricht schlicht klimaneutrale Spiele. 300.000 Tonnen CO2 sind einzusparen.

Österreich, das bei Olympia traditionell mit einem eigenen Haus vertreten ist, liefert diesmal einen Denkanstoß hinsichtlich Energieeffizienz und bringt das Haus von daheim mit. Schließlich geht der Europäer (verbraucht im Schnitt 6000 Watt) deutlich sparsamer mit Energie um als der Nordamerikaner (11.000 Watt). Die Austrian Passive House Group (APG) fertigt derzeit in Alberschwende (Vorarlberg) aus heimischem Holz das zweistöckige, insgesamt 260 Quadratmeter große ÖsterreichHaus, welches in Whistler Mountain aufgestellt und nach den Spielen den Sportvereinen der Gemeinde übergeben wird.

Ein Container mit den Bodenplatten ist schon mit dem Schiff unterwegs, die restlichen neun werden Anfang Juli übers Meer nach Kanada verfrachtet. "Das Projekt kostet uns ein Vermögen, rund eine Million Euro", sagt Reinhard Weiss, Sprecher der APG, die aus zwei Vorarlberger und einem Tiroler Unternehmen besteht.

Das Passivhaus verbraucht rund 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter, ein Niedrigenergiehaus kommt auf 55, das gemeine nordamerikanische Einfamilienhaus, das nicht selten mittels Klimaanlage geheizt wird, verschlingt bis zu 320 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

In Europa stehen mittlerweile 17.000 Passivhäuser (4700 in Österreich), in Nordamerika, Hoffungsmarkt der APG, sind es Schätzungen zufolge maximal 50.

Das Österreich-Haus ist nicht nur des Transports wegen außerordentlich teuer. Wegen der geologischen Verhältnisse in Whistler muss es außerdem erdbebensicher gebaut sein. Zudem wird das Holz begast - damit sich nur ja kein Vorarlberger Käfer in Kanada einschmuggelt. (Benno Zelsacher, DER STANDARD Printausgabe 05.06.2009)

 

Rafael Correa
 
00
12.6.2009, 10:43
ZUM THEMA!

zum nachdenken...

http://geoffberner.com/Olympicstheme/

styriantj
10
Containerschiff?

Der Frachter, der da mit den Containern übers Meer tuckern soll, ruiniert dann höchstwahrscheinlich die Energiebilanz dieses Projekts - ausser der Frachter wurde "SeaHybrid" oder "OceanFuelCell" getauft.

Zweiter Kommentar: Die Kanadier tun schon länger Blockhaus bzw. Holzhaus bauen, und Holzwirtschaft ist in dem Land definitiv vorhanden. Also, warum das Holz hierzulande teuer vorbehandeln und verschiffen? Nur das Passivhaus-Know-How zu exportieren und mit kanadischem Holz zu kombinieren wäre doch sinnvoller!?

Dr. Socrates
00
könnte es sein,

dass in kanada werbung für österreichisches passivhaus-know-how und passivhaus-produkte gemacht werden soll?

eventuell?

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
01

also pro tonne frachtgut sind die co2 emissionen bei containerschiffe eigentlich recht gering. haben schließlich unmengen an containern geladen. wobei dennoch internationale umweltstandards für die schifffahrt anzustreben sind, schließlich sind unheimlich viele schiffe auf den weltmeeren unterwegs und die sorgen dann zusammen doch für gewaltige emissionen.

die ganze fertigungsinfrastruktur für einen prototyp aufzubauen, wäre wahrscheinlich technisch, finanziel und zeitlich aufwendiger gewesen. sind ja schließlich hochqualitative vorgefertigte elemente. aber wenn das passivhaus mal in kanada bekannt ist, wird es dort sicher auch eigene fertigungen geben.

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