Lärm, Feinstaub, Elektrosmog

4. Juni 2009, 18:26

Umweltmedizin erforscht, was Menschen schlecht tut

Modernes Leben ist schnell und vernetzt und ständigen Veränderungen unterworfen. Ob die vielen technischen Innovationen auch für den menschlichen Organismus uneingeschränkt und auch langfristig positiv sind, ist eine Frage, mit der sich die Umweltmedizin beschäftigt. Lärm, elektromagnetische Felder, Feinstaub, Ozon, Chemikalien oder neuartige Baustoffe? An den Hygiene-Instituten der medizinischen Universitäten, dort wo Epidemiologen Daten über Volksgesundheit zusammentragen und sich Sozialmediziner mit Krankheiten in ihrer gesellschaftlichen Dimension beschäftigen, versuchen Umweltmediziner umweltbedingte Krankheitsauslöser zu identifizieren.

Gerd Oberfeld, Umweltmediziner bei der Salzburger Landesregierung und Referent für Umweltmedizin bei der österreichischen Ärztekammer, befasst sich mit Schadstoffkonzentration, Schalldruckpegeln, Feldstärken und Frequenzen. Aktuell geht er der These einer Schweizer Studie nach, derzufolge Menschen, die näher als 50 Meter von Hochspannungsleitungen entfernt leben, ein erhöhtes Alzheimerrisiko haben sollen. Oberfeld, der sich seit vielen Jahren mit Mobilfunk auseinandersetzt, weiß, dass elektromagnetische Felder Zellmembranen beeinflussen und Stoffwechselreaktionen in Gang setzen können. "Elektrosmog ist ein zunehmend wichtiger Faktor, und es ist Aufgabe der Umweltmedizin, Zusammenhänge transparent zu machen" , sagt er. Die Ärztekammer bietet entsprechende Kurse zur Weiterbildung an.

Umweltmedizin kennt aber auch Akuteinsätze: Als sich bei Mitarbeitern des Salzburger Mozarteums Fälle von Leukämie und Befindlichkeitsstörungen häuften, galt es, mögliche Ursachen festzustellen. Das Gebäude der Musikuniversität wurde damals als "sick building" , also als "krankes Haus" , identifiziert und im Anschluss vollkommen neu gestaltet. Die Ursache der Leukämien wurde allerdings nicht gefunden.

Grundlage für Planungen

Auch Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) sind Aufgabe der Umweltmedizin. Peter Lercher von der Med-Uni Innsbruck ist aufLuft-, Lärm- und Umweltverschmutzung spezialisiert. "Zu viel Lärm beeinflusst den Menschen langfristig und kumulativ betrachtet negativ" , sagt er und betont, dass Kinder, die in ruhigen Zimmern schlafen, ausgeglichener und leistungsfähiger sind. Für Erwachsene sind die nächtlichen Ruhephasen für die Erholung des Herz-Kreislauf-Systems von großer Wichtigkeit. Deshalb plädiert Lercher für das Umsetzen der Lärmkarten in Aktionspläne, die dann für Städteplaner und Architekten eine verbindliche Planungsgrundlage sein sollen. "Umweltmedizin hat gemäß WHO-Definition auch präventive Aufgaben" , sagt er. Allein:Die Politik ist nachlässig in der Umsetzung solcher Ideen. (Karin Pollack, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. Juni 2009)

nomad13
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zum einen ist formaldehyd ein Faktor

welche Leukämie sehr förderlich ist, zum anderen wurde die schlechte Luftqualität sehr wohl als Tatsache angesehn, es wurde nur nicht konkret öffentlich Stellung genommen - wo nun Bautechnisch (chemisch) gepfuscht wurde.

Ist das Wissenschaft?: in ruhigen Zimmer schläft es sich besser - wer besser schläft ist ausgeglichener.

Ist dass jetzt ein aussagekräftiger Faktor?: 50m zur Hochspannungsleitung, dass jemanden der Schädel brummt wenn er sich in unmittelbarer nähe einer Hochsp.l. befindet ist genauso aussagekräftig. 60m stuf ich noch gefährlicher ein als eine Packung Cigis am Tag - da müssten wohl zuviel Häuser umgepflanzt werden?

Umsonst der Artikel, sonst nichts!



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