Wilfried Scheib 86-jährig gestorben

4. Juni 2009, 18:09
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Österreichischer TV-Musik-Pionier - Ehrenpräsident des Musikrats

Wien - Der international anerkannte Fernseh-Musik-Pionier Wilfried Scheib ist, wie erst jetzt bekanntwurde, am 25. Mai im Alter von 86 Jahren gestorben. Dies teilte das "IMZ Internationales Musik + Medienzentrum", dessen Gründungsvater Scheib war, am Donnerstag in einer Aussendung mit. Scheib leitete jahrzehntelang (1957-1988) die Hauptabteilung Musik im ORF und war Ehrenpräsident des Österreichischen Musikrates (ÖMR) und des UNESCO-Forschungsinstitutes Mediacult.

Scheib wurde am 22. August 1922 in Linz geboren. Seine musikalische Karriere begann er als Sängerknabe am Gymnasium im Stift St. Florian. Nach der Matura absolvierte er zunächst die Lehrerbildungsanstalt in Linz, nahm Unterricht am Brucknerkonservatorium seiner Geburtsstadt und war unter anderem Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. Von 1946 bis 1950 studierte er Publizistik, Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien.

Als Tonregisseur bei Radio Wien begann Scheib sich früh mit dem Thema Musik in den Medien auseinanderzusetzen, dazu veröffentlichte er auch zahlreiche Schriften. Von 1957 bis 1988 war er Leiter der Hauptabteilung für Musik im Österreichischen Rundfunk. Unter seiner Leitung sind rund 10.000 Musikprogramme produziert worden, von denen viele mit Auszeichnungen gewürdigt wurden. In dieser Zeit vergab Scheib Aufträge an über 20 österreichische Komponisten und initiierte auch die Erfolgsserie der TV-Neujahrskonzerte.

Von 1949 bis 1993 lehrte Scheib an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien, Abteilung Film und Fernsehen. Im Jahr 1960 wurde er Generalsekretär des Internationalen Musikzentrums (IMZ), in dieser Funktion war er bis 1992 tätig. Außerdem war Scheib von 1964 bis 1993 Generalsekretär und Vizepräsident des UNESCO-Forschungsinstitutes Mediacult. Ab 1991 war er Präsident des Österreichischen Musikrats.

Scheib wurde für sein Wirken vielfach ausgezeichnet, u.a. war er Träger von Auszeichnungen und Ehrenzeichen der Republik Österreich, des Landes Oberösterreich, der Stadt Wien, von Land und Stadt Salzburg, des Landes Steiermark und des Landes Burgenland sowie der Schalk-Medaille der Wiener Philharmoniker, der Clemens-Krauss-Medaille und der großen Ehrenmedaille der Stadt Cannes. (APA)

 

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