Arcandor stellt sich auf Rettungskredit des Bundes ein

4. Juni 2009, 16:37
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Unternehmen benötigt bis Freitag kommender Woche Finanzierung für Kredite in Höhe von 650 Millionen Euro

Düsseldorf/Berlin - Der deutsche Handels- und Tourismuskonzern Arcandor stellt sich nach den immer größer werdenden politischen Widerständen für Bürgschaften auf einen Rettungskredit des Bundes ein. "Ein Kredit im Rahmen einer Rettungsbeihilfe ist der Alternativweg, den auch wir sehen", erklärte Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski am Donnerstag in Essen. Darum werde sich das Unternehmen intensiv bemühen. Aber auch der Deutschlandfonds werde zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Die "Rheinische Post" (Freitag-Ausgabe) berichtet, SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier habe bei einem Spitzentreffen mit Arcandor-Vertretern dem angeschlagenen Kaufhaus-Konzern einen staatlich abgesicherten Rettungskredit in Höhe von 450 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei aber, dass die Arcandor-Eigentümer Schickedanz und Oppenheim 100 bis 200 Mio. Euro als Eigenleistung beisteuerten und sich auf einen verbindlichen Fahrplan zu Fusionsverhandlungen mit der Metro festlegten.

Die staatseigene KfW Bank soll den Kredit gewähren, um Arcandor vor der Insolvenz zu bewahren. Das Essener Unternehmen benötigt bis zum Freitag kommender Woche eine Finanzierung für Kredite in Höhe von 650 Mio. Euro. Die Rettungsbeihilfe werde bis zu maximal sechs Monate gewährt und sei mit den EU-Wettbewerbsrichtlinien vereinbar. SPD-Finanzminister Peer Steinbrück habe in einem Gespräch mit Steinmeier seine Zustimmung zu dem Plan signalisiert, schrieb das Blatt. (APA/dpa)

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