Manninger, Payer oder Gspurning?

4. Juni 2009, 14:55
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Österreichs Nummer eins noch offen, keine langfristige Entscheidung geplant - Constantini weiß um die Qualitäten der Serben bei hohen Bällen und Standards

Bad Tatzmannsdorf - Vor einem Jahr hatte die Frage die ganze Fußball-Nation beschäftigt. Welcher Keeper das ÖFB-Tor während der EM hüten darf - der damalige Teamchef Josef Hickersberger hatte es bis zuletzt geheim gehalten. Auch der aktuelle Verantwortliche Dietmar Constantini hat sich bis dato nicht auf eine klare Nummer eins festgelegt. Das will er auch vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Belgrad gegen Serbien nicht tun.

Mit Alexander Manninger und Michael Gspurning sind zwei Keeper die Favoriten, die für ihre Clubs - Juventus Turin bzw. Skoda Xanthi - zuletzt nicht regelmäßig gespielt hatten. Spielpraxis hat lediglich der dritte Keeper Helge Payer, der nach seiner im vergangenen Jahr erlittenen Thrombose erstmals wieder im Teamkader steht. Sollte er im Sommer einen passenden Verein finden, wäre auch Jürgen Macho, bei der EURO noch Nummer eins, wieder ein Thema.

"Die Serben sind groß"

Constantini will seine Entscheidung in der Tormann-Frage für das Serbien-Spiel nicht als langfristige verstanden wissen. Mit den Trainingsleistungen in Bad Tatzmannsdorf zeigte er sich bei allen drei Kandidaten zufrieden. "Die Serben sind groß und dadurch besonders gefährlich bei Standards und hohen Bällen. Das müssen wir berücksichtigen", erklärte Constantini. Das würde für den groß gewachsenen Gspurning und gegen Payer sprechen.

Gspurning war bereits im Auftaktspiel unter Constantini gegen Rumänien (2:1) zwischen den Pfosten gestanden. Damals hatte Manninger allerdings aufgrund eines Muskelfaserrisses in der Wade absagen müssen. Eine wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung wird ÖFB-Tormanntrainer Franz Wohlfahrt zuteil. Der Ex-Teamkeeper hatte nach Meisterschaftsende in Griechenland eine Woche in Baden mit Gspurning ein Spezialtraining absolviert.

"Franz ist sehr stark eingebunden. Er hat von Torleuten viel mehr Ahnung als ich", gestand Constantini. "Das muss er auch, denn das ist eine eigene Spezies." Juve-Ersatztorhüter Manninger etwa, während der EM hinter Macho die Nummer zwei, gilt als sehr zurückgezogener Typ. Ausreichende Qualität attestierte Wohlfahrt aber allen drei Torhütern, die im Moment im Kader stehen. "Tormannproblem haben wir derzeit sicherlich keines." (APA)

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    "Eine eigene Spezies": Tormann-Trainer Franz Wohlfahrt (li) und Keeper Alexander Manninger.

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