"Frau Direktorin" an Schulen nur selten zu hören

18. März 2003, 19:18
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Trotz Überzahl in den Konferenzzimmern sind Frauen in den Schulleitungen nur schwach vertreten - mit Infografik

Wien - Der geringe Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen zieht sich durch den gesamten Bildungsbereich. Nicht nur an den Unis befinden sich die Professorinnen - in Relation zum Frauenanteil bei Studenten und Absolventen - in der Minderzahl. Auch an den Schulen ist ein "Frau Direktorin" nur selten zu hören. Im Vergleich zu ihrem Anteil an der gesamten Lehrerschaft sind Frauen an der Schulspitze in allen Schularten und Bundesländern nur sehr schwach vertreten.

An den Hauptschulen sind etwa laut Daten (Erhebung: März 2002) des Bildungsministeriums zwar 68 Prozent des Lehrkörpers weiblich, der Anteil der Direktorinnen beträgt aber nur 16 Prozent. Besonders krass ist dieses Bild in Oberösterreich, Tirol (je neun Prozent Direktorinnen) und Vorarlberg (sieben Prozent). Am Besten sind Frauen an der Spitze von Hauptschulen mit 33 Prozent in Wien repräsentiert.

Etwas weniger krass ist das Bild an den AHS, wo österreichweit zwar 54 Prozent der Lehrer weiblich sind, aber nur 20 Prozent der Direktoren. Auch hier schneidet Wien mit einem Direktorinnenanteil von 38 Prozent am Besten ab. Schlusslichter sind Kärnten und erneut Vorarlberg, wo es jeweils keine einzige AHS-Direktorin gibt.

Höchster Frauenanteil in Wien

Ähnlich die Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS): Die Anzahl der Lehrer bzw. Lehrerinnen hält sich hier genau die Waage - allerdings sind nur 25 Prozent der BMHS-Direktoren weiblich. Den höchsten Frauenanteil verzeichnen dabei Wien (38 Prozent) und Niederösterreich (31 Prozent).

Selbst in der "Frauendomäne" Volksschule sind österreichweit nur 57 Prozent der Direktoren weiblich - obwohl die Frauen fast 90 Prozent der Pädagogen in diesem Bereich stellen. Anders ist wieder nur Wien, wo 87 Prozent der Volksschuldirektoren Frauen sind.

Der geringe Frauenanteil zieht sich übrigens bis in die Schulverwaltung. Zwar steht mit Elisabeth Gehrer (V) eine Frau an der Spitze des Bildungsministeriums - mit der Wienerin Susanne Brandsteidl (S) gibt es in den Bundesländern aber nur eine einzige amtsführende Landesschulratspräsidentin.

Mit dem Thema "Gender Mainstreaming" befasste sich am Dienstag auch eine in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium veranstaltete Tagung im Wiener Stadtschulrat. Brandsteidl bezeichnete die Bundeshauptstadt dabei als Vorreiter in Sachen "Gender Mainstreaming". In keinem anderen Bundesland seien so viele Frauen in Leitungsfunktionen des Schulwesens tätig - wenn auch noch immer viel zu wenige. (APA)

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