Fußball-WM 2014 in Brasilien

18. März 2003, 16:29
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Land des Weltmeisters stellt sich als einziges der Kandidatur - Gemeinsame "Anden-Kandidatur" ist damit vom Tisch - Fünfte Auflage in Südamerika

Rio de Janeiro - Die Fußball-WM 2014 wird so gut wie sicher in Brasilien stattfinden. Die zehn Mitglieder des südamerikanischen Verbands (CSF) haben am Montag beschlossen, das Land des Weltmeisters als einzigen Kandidaten zu unterstützen. Und gemäß dem von der FIFA festgelegten Turnus wäre 2014 Südamerika, nach Europa (2006 in Deutschland) und Afrika (2010), ja wieder dran. Es wäre das fünfte Mal nach 1930 (Uruguay), 1950 (Brasilien), 1962 (Chile) und 1978 (Argentinien). 1986 hätte die Endrunde in Kolumbien stattfinden sollen, für das von Bürgerkrieg erschütterte Land musste damals jedoch Mexiko einspringen.

Aus für "Anden-WM"

"Brasilien wird diese Herausforderung annehmen. Wir haben exzellente Stadien und Flughäfen", freute sich der brasilianische Verbandspräsident Ricardo Teixeira. Mit der Festlegung auf Brasilien ist die von Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Venezuela angedachte "Anden-Kandidatur" vom Tisch.

Der Jubel über die sicher scheinende WM-Ausrichtung kann jedoch nicht über die wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes hinwegtäuschen. Abgesehen davon wurde der heimische Fußball von zahlreichen Skandalen erschüttert, in die unter anderem auch Teixeira (angebliche Unterschlagung) verwickelt war. Zudem vermag die Qualität der Partien in der heimischen Liga mit den Darbietungen der "Selecao" nicht mitzuhalten. Nicht selten dümpeln Spiele als taktische Geplänkel dahein oder arten gar zu Härte-Orgien mit bis zu 60 Fouls aus. Zuschauerschwund und Finanzprobleme sind die Folge.

Hohe Investitionen nötig

Was die Infrastruktur betrifft, gibt es noch einiges zu tun: Der Zustand der Stadien, mangelnde Unterbringungsmöglichkeiten, desolate Transportwege und schlechte Kommunikationsverbindungen würden derzeit eine Ausrichtung der zweitgrößten Sport-Veranstaltung der Welt praktisch unmöglich machen. Um diese Probleme aus der Welt zu schaffen, muss die Regierung gewaltige Summen investieren - Gelder, die dem Land bei der Bekämpfung von Armut oder Kriminalität fehlen würden.

Teixeira sieht der Herausforderung dennoch optimistisch entgegen. "Wir haben viel Zeit und werden alles Schritt für Schritt erledigen. Wir werden es schaffen, selbst wenn das Teilnehmerfeld auf 36 Mannschaften aufgestockt werden sollte", meinte der Verbandspräsident, der trotz Korruptionsvorwürfen bereits 14 Jahre im Amt ist und sich vorstellen kann, dieses Position auch noch 2014 zu bekleiden. "Nur Gott allein kennt die Zukunft."(APA)

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    montage: derstandard.at
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