Flaschenpost vom Theater

17. März 2003, 20:40
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Von überall ein bisschen was - frei nach dem Reihumprinzip der Fernsehsoaps: "Mobbing" im Wiener Ensembletheater

Langweilige Stücke erkennt man sofort daran, dass sie auf ganz nachhaltige Weise immerzu das Unnötige aussprechen. So fällt im Stück der in Linz lebenden Journalistin und Autorin Margret Czerni nach vielen, überdeutlich gezeichneten Ehekrisenmomenten schließlich doch der Satz "Wir müssen einmal miteinander reden." Bumm! Fliehen ist aber dann doch besser und so begibt sich - in der Uraufführungsregie Dieter Haspels - das Ehepaar in den Urlaub, lässt binnenfamiliäre Probleme (Mutter) sowie die Verunglimpfung im Beruf (Mobbing, so auch der Titel des Stücks) hinter sich und räkelt sich am Strand, bedient sich am Frühstücksbüfett im Hotel (!). So wird der Abend im Ensembletheater auch abendfüllend: von überall ein bisschen was - frei nach dem Reihumprinzip der Fernsehsoaps. Dem Thema "Mobbing" - Dr. Sailer (gut: Anselm Lipgens) wird von einem ehrgeizigen Kollegen der Trinksucht bezichtigt - stellt man sich später wieder. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 18.3.2003)

Ensembletheater
1010 Wien
Petersplatz 2
01/535 32 00
Bis 12. 4.
  • Im Büro ist die Flasche auch in den Händen des Chefs am falschen Ort. Anselm Lipgens (li) und Gunther W. Lämmert.
    foto: neubauer/ensembletheater

    Im Büro ist die Flasche auch in den Händen des Chefs am falschen Ort. Anselm Lipgens (li) und Gunther W. Lämmert.

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