Sticker des Anstoßes

4. Juni 2009, 14:47

Gefälschte Aufkleber sehen aus wie Informationen der Wiener Linien, rufen aber zum zivilen Ungehorsam auf

Wien - "Wir möchten uns dafür entschuldigen durch die permanente Videoüberwachung in ihre Privatsphäre und allgemeine Grundrechte einzugreifen. Sollten Sie diese Eingriffe nicht akzeptieren, sind Sie dazu angehalten die Videokameras zu überkleben oder ihr Gesicht zu vermummen", heißt es auf einer gefälschten Informationsplakette im Design der Wiener Linien. "Seit einiger Zeit" seien die gefälschten Aufkleber in Umlauf, berichtet eine Sprecherin der Wiener Linien.

Die rund 14 mal 20 Zentimeter großen Informationsplaketten fordern dazu auf, Videokameras zu überkleben, das Gesicht zu vermummen oder Geld für BettlerInnen bereit zu halten. Bislang sind die Sticker in allen Transportmitteln der Öffentlichen Verkehrsmittel und auf Ticket-Automaten gefunden worden. Besonders der zehnte Wiener Gemeindebezirk sei betroffen, sagt die Sprecherin.

"Wir haben noch niemanden auf frischer Tat ertappt", heißt es von Seiten der Wiener Linien. Da es sich um Beschädigung des öffentlichen Eigentums handelt, müssten die TäterInnen mit Strafen rechnen. "Für uns wäre es natürlich angenehm, wenn jemand so unschlau wäre, sich vor laufender Kamera auf frischer Tat ertappen zu lassen", sagt die Sprecherin. Die Wiener Linien bitten auch die Fahrgäste bei der Ausforschung der TäterInnen um Mithilfe.

Videoüberwachung

An der Videoüberwachung in den Öffis wurde auch von Seiten der Politik immer wieder Kritik laut. Die Wiener Grünen kritisieren etwa die Kosten und die Probleme bezüglich Datenschutz. "Die Flut an Überwachungskameras ist von zweifelhaftem Nutzen für die Sicherheit der Fahrgäste und birgt zugleich ein nicht absehbares Risiko für den Datenschutz", sagte Maria Vassilakou, Klubobfrau der Grünen Wien, in einer Aussendung. Der Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP, Wolfgang Ulm, begrüßt jedoch die Kameras: "Jede Maßnahme, die hilft, Vandalismus und Kriminalität zurückzudrängen, ist sinnvoll und ein richtiger Schritt. (jus, derStandard.at, 4. Juni 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 207
1 2 3 4 5

"Die Wiener Linien bitten auch die Fahrgäste bei der Ausforschung der TäterInnen um Mithilfe."

juhu aufforderung zur bespitzelung, her mit den neuen blockwarten!

"Ausforschung der TäterInnen"

der "tatbestand" ist ja an sich schon äußerst mager, und dann korrekt gegendert zur denunziation aufzurufen, find ich unappetitlich ... steckt wahrscheinlich das ministerium für wahrheit dahinter.

i sog´s glei...

...i wor´s net!

Einen breiten Hut unter der Cam lüpfen, darauf liegt ein Klebesticker, aussteigen und den Hut abnehmen, alles zur Ehre der Bim!

Des woa der varuckte U1 Lenker,

der wos mit seine Foagäst bis ind Remis foat, 20 Minuten woat und de Hazung aufdraht...

So a varuckta klebt a sichalich so varuckte Pickaln!

U1 numea mit Proviant und Hülsn.

hehe .. gibs den wirklich?

Im ersten Moment habe ich Stickler gelesen

War auf der Sportseite und rätselhafterweise ist ein zweites Fenster mit dem da aufgegegangen ;)

ich sage jetzt nacher 1000 mal: ich bin normal

Die Atheisten waren die Fälscher !
Als Rache, weil die "Wiener Linien" atheistische Werbungen nicht gestatteten. ;)))

Zitat aus: Gott hat Angst vom 14.8.2009
Die Wiener Linien (atheistenbuskampagne gestoppt,via scienceblogs.de) scheinen ein eigenes Bild vom Angesicht Gottes zu haben.
In Spanien und England durften Atheisten mit dem Slogan "Es gibt keinen Gott" auf öffentlichen Verkehrsmitteln werben.
In Wien wurde die Atheistenbuskampagne gestoppt:
seither hat Gott Angst !
Zitat Ende

Könnten die Linien zu Wien nicht selbst - ich meine das ist ja Werbung ;)

soso, der niko alm soll das also gewesen sein...

Vandalismusschäden gleich hoch

Videoüberwachung ist nämlich ein Circulus vitiosus: kein Geld für die Reinigung der Züge und Busse, weil alles für Videoüberwachung ausgegeben wird; was schon dreckig und verwahrlost aussieht, lädt dazu ein, noch mehr verdreckt oder beschädigt zu werden; tja, die Kameras können das leider nicht verhindern.

Dieses erbärmliche Deutsch

auf dem Aufkleber deutet darauf hin, dass es sich um einen Gag der Wiener Linien selbst handelt!

S - Eine Stadt sucht ihren Stickerkleber

paradox

dank der kameras sollte es doch ein leichtes sein diese schurkInnen zu ertappen.
jetzt fühl ich mich ganz plötzlich wieder unsicher :-)

Welchen Vandalismus denn überhaupt?
Wieso hängen dann nicht Kameras zB. in der Nähe von Sitzbänken in Parks? Hin und wieder liegt eine solche(und das ist mind. gleichwertiger Schaden wie ein Pickerl in einer U-Bahn) mit zerborstener Sitzfläche 20 Meter weiter vom Ursprungsort entfernt. Schaut man sich den bezahlten Vandalismus am Prater-Vorplatz an, erkennt man schnell ein 2.Maß.
Abgesehen davon: Wer liest schon wirklich die "echten" Pickerl?
Tolle Werbung für die Kritiker.;-)
Ins Loch des eingeschossenen Knies kann man ja jetzt eine "HEUTE" Zeitung parken.

Muß schön jemanden zu beobachten, der von Hütteldorf bis Handelskai nasenbohrt.

es gibt sie noch

die stille opposition! sehr erfreulich! Und weiter so!

"Die Wiener Linien bitten auch die Fahrgäste bei der Ausforschung der Täter um Mithilfe."

sollte ich jemanden auf frischer tat beobachten, so werde ich ihn fragen, ob er auch ein sticker für mich hat!

an einen Haushalt

würde mich auch sehr über die Sticker freuen... dann wäre definitiv nicht nur der 10. 'betroffen'

hier strafandrohungen zu stellen ist der wesentlich

deutlichere aufruf...zu ziviler stumpfsinnigkeit! Da hat wer ein Pickerl angebracht...und nicht koordiniert hunderte Cams der Wiener Linien zur Rush-Hour gesprengt! Wenn man diese Thematik Politik und Wirtschaft allein überlässt kann das nicht gut ausgehen. Demokratie ist sinnlos wenn die freihe Meinungsäusserung nur für eine "Elite" im Seitenblicke Magazin möglich ist....

vorallem wenn man bedenkt, das die schlechten Menschen, insbesondere die machtsüchtigen Psychopathen am stärksten im System nach oben streben, gute Menschen streben nach Glück in der Liebe und sind mit einem einfachen Job zufrieden, ganz ohne Macht(Geld, Wissen, Einfluss, Gewalt) und Politik, deshalb haben wir so viel Übel in der Welt, wie zB Kapitalismus etc...

Die Lobbyisten der Sachbeschädiger,...

...Taschendiebe, Drogendealer, Schläger und Räuber sind wieder unterwegs und schaffen es, die Kamera-Paranoiker dazuzubringen, ihren Schützlingen die Arbeit zu erleichtern.

sieh an

ein lobbyist der ü-technik-industrie

als ob die videobänder für eine tat wie taschendiebstahl verwendet werden würde. den dealern ists sowieso egal, verlagert sich ihr "geschäftslokal" halt, und schläger lassen sich durch die kameras auch nicht aufhalten.

Taschendiebe, Drogendealer, Schläger und Räuber sind ein Produkt des Kapitalismus, der diese Menschen in die Armut treibt und sie zu solchen Handlungen zwingt ...

Sie müsse es ganzheitlich betrachten: hier wird versucht die Probleme des System durch das System zu lösen, der Arbeiter wird es schon zahlen, er ist ja dazu gezwungen ...

in der guten alten sowjetunion hats das alles nicht gegeben.

Da war die "Kamera" allegenwärtig- quasi stand "sie" neben Ihnen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 207
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.