Strasser auf Österreich-Rundfahrt

4. Juni 2009, 12:18
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ÖVP schickt Strasser auf "Schlussmobilisierung" - Pröll erwartet Sieg bei EU-Wahl

Wien - Wahlkampf bis zur letzten Minute heißt es bei der ÖVP: Anstatt einer klassischen Abschlussveranstaltung hat die Volkspartei ihren Spitzenkandidaten Ernst Strasser am Donnerstagvormittag auf Österreich-Rundfahrt geschickt, wo er bis zum Vorabend der Wahl noch um letzte Wählerstimmen buhlen soll. "Am Sonntagabend sehen wir uns wieder und dann wollen wir nicht mehr und nicht weniger tun, als einen Wahlsieg feiern", gab Parteichef Josef Pröll dem früheren Innenminister für dessen "Schlussmobilisierung" mit auf den Weg.

"Es wird ein ganz knappes Rennen, wir können gewinnen", sprach Pröll den zum Tour-Start vor die Parteizentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse gekommenen Wahlhelfern Mut zu. Eine Stimme für die ÖVP sei "ein klares Zeichen gegen Hetze, ein klares Zeichen gegen Europagegner und -feinde und ein klares Zeichen gegen jene, die bestenfalls 'Ja aber' sagen", denn, so Pröll: "Wir sind nicht herabgestiegen in die Niederungen dieses Wahlkampfes."

"Europababy"

Strasser bezeichnete die ÖVP als "Partei des sozialen Ausgleichs" zwischen den "linken Zentralisten" und den "rechten Neoliberalen". Um noch einmal festzuhalten, dass es bei der EU-Wahl ja "um die jungen Leute" gehe holte er sich die am aussichtslosen 15. Listenplatz kandidierende Carmen Jeitler-Cincelli mit ihrem Neugeborenen ("Europababy") mit aufs Podium.

Erste Station auf Strassers Österreichtour ist das Burgenland, danach geht es über die Steiermark und Kärnten nach Tirol und Vorarlberg und von dort bis Samstagabend wieder zurück über Salzburg und Oberösterreich ins niederösterreichische Tulln. Bei der Tourplanung habe man bewusst keine Parteiveranstaltungen eingeplant, sondern öffentliche Events wie das Straßenfest im steirischen Hartberg, den Dornbirner Markt oder das Donaufestival in Tulln, um nicht nur ohnehin parteiaffines Publikum anzusprechen, heißt es in der ÖVP.

Werben am Naschmarkt

Den einzigen Wiener Auftritt seiner "Schlussmobilisierung" hatte Strasser, unterstützt von Parteichef Pröll, zuvor am Naschmarkt absolviert. Hartes Pflaster für Politiker auf Stimmenfang, weil sich die Schlemmermeile an der Wienziele erst gegen Mittag füllt und am Morgen recht "ausgestorben" wirkt, wie eine Begleiterin anmerkte. Gelegenheit für vereinzelte Wählerkontakte mit Passanten und Marktstandlern hatte die ÖVP-Delegation trotzdem - und auch gleich die erste wahlkampfbedingte Weinverkostung. Ein Standler versorgte das schwarze Wahlkampfduo trotz der frühen Stunde mit "Himbeersturm": "Das treibt an." (APA)

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    Den einzigen Wiener Auftritt seiner "Schlussmobilisierung" hatte Strasser, unterstützt von Parteichef Pröll, am Donnerstag am Naschmarkt.

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