Financial Times Deutschland unterstützt die Grünen

4. Juni 2009, 11:43
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Programme der CSU und SPD wären banal wie ihre Wahlslogans - Die Grünen hingegen sind laut FTD erfrischend konkret

Für die Financial Times Deutschland ist die Wahl des EU-Parlaments eine wichtige Sache: Das Parlament in Straßburg sei mittlerweile mächtiger als der deutsche Bundestag. Wer seine Wahlentscheidung nach innenpolitischen Kriterien vergibt, verschenke seine Stimme. Die FTD empfieht in ihrer Donnerstags-Ausgabe den deutschen Wählern ihr Kreuz bei den Grünen zu machen.

Die FTD hat bei ihrer Entscheidung über die Wahlempfehlung folgende Kriterien angelegt: Welche Vorstellungen haben die Parteien zur Wirtschaftspolitik? Wie stehen sie zu einer gemeinsamen Politik in Einwanderungs- und Asylfragen? Und was sagen sie zum möglichen EU-Beitritt der Türkei?

Dabei kommt die renommierte Tageszeitung zu folgendem Schluss: In den Parteiprogramme von CDU/CDU und SPD wird der Leser "mit Worthülsen und Allgemeinplätzen eingelullt".

Die Sozialdemokraten wären sich außerdem nicht sicher, ob die den konservativen Kommissionspräsidenten Barroso im Amt bestätigen wollen oder nicht. Gegenkandidaten gibt es jedenfalls keinen. Die beiden großen Parteien hätten auch keine Antwort wie der Wirtschaftskrise beizukommen sei. Die CDU/CSU disqualifiziere sich auch durch ihre populistischen Parolen gegen den EU-Beitritt der Türkei.

Die Grünen sind nach Dafürhalten der FTD erfrischend konkret: Es gibt ein ausgefeiltes Parteiprogramm, sie plädieren für eine europäische Finanzaufsicht und wollen die Konjunktur mit dem "Green Deal" ankurbeln. Die Grünen sind auch für einen Beitritt der Türkei - allerdings nur wenn der Beitrittskandidat sich an die Bedingungen hält und die Demokratie- und Menschenrechtskriterien erfüllt.

Eine Stimme für die Grünen, wäre laut FTD eine Stimme für eine sinnvolle Veränderung Europas.

Auch der britische Guardian gibt auf seiner Website die Empfehlung, grün zu wählen. Nur so könne man der politische Klasse ausrichten, dass Taten in der Klimapolitik notwendig sind. (red, derStandard.at, 4.6.2009)

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