Koko Taylor 80-jährig gestorben

4. Juni 2009, 02:58
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Fast fünf Jahrzehnte lang war sie eine der herausragenden Sängerinnen der Chicagoer Blues-Szene

Chicago - Koko Taylor, seit fast fünf Jahrzehnten eine der herausragenden Sängerinnen der Chicagoer Blues-Szene, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Die wegen ihrer kraftvollen Stimme zur "Queen of Blues" erklärte Taylor starb am Mittwoch in einem Chicagoer Krankenhaus an Komplikationen nach einer Magen-Darm-Operation, teilte ihre Plattenfirma Alligator Records mit.

Taylor wurde am 28. September 1928 als Cora Walton in Memphis geboren, wo sie als Teenager durch eine 15-minütige Radioshow von B.B. King mit dem "Bluesvirus" infiziert wurde. Mit ihrem verstorbenen Mann Robert "Pops" Taylor ging sie als 18-Jährige auf der Suche nach Arbeit nach Chicago, wo sie in einer wohlhabenden Familie eine Anstellung als Reinigungskraft fand. Die Abende und Wochenenden ging sie in die Clubs der Stadt, in denen sie viele der Musiker live sah, die sie zuvor nur aus dem Radio kannte: Muddy Water, Bessie Smith, Sonnyboy Williamson. Bald wurde sie von Musikern eingeladen, mit ihnen zu singen, und der Komponist Willie Dixon verschaffte ihr 1962, beeindruckt von ihrer Stimme, einen Plattenvertrag beim legendären Chess-Label.

Mit der Dixon-Komposition "Wang Dang Doodle" hatte Taylor 1965 einen Millionenhit. Sie selbst fand den Titel dümmlich, er stieß aber ihre Plattenkarriere an. Sieben Mal wurde sie für einen Grammy nominiert, 1984 erhielt sie die wichtigste amerikanische Musikauszeichnung. Ihr 2007 erschienenes Album "Old School" war ebenfalls für einen Grammy nominiert. "Blues ist mein Leben", sagte sie einmal in einem Interview. "Ein echtes Gefühl, das aus dem Herzen kommt, nicht einfach etwas, was nur aus meinem Mund kommt." (APA/AP)

 

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    Koko Taylor 2005 im Harold Washington Cultural Center in Chicago

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