Martin: Dass wir in unserem Land was zu sagen haben

3. Juni 2009, 19:32
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HPM bringt in Innsbruck die EU zum Bürger - ganz klassisch am Straßenstand

Hans-Peter Martin steht am Gartentisch und hört zu, was Bürger sagen

Der Gartentisch am Ende der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße ist Mittwoch Vormittag schnell aufgebaut, Decke drüber, Blumen drauf und ein paar Exemplare von Hans-Peter Martins Buch Die Europafalle dazu.

Eine ältere Dame bleibt stehen und schaut interessiert. Sofort drückt ihr der Listen-Zweite Martin Ehrenhauser ein Buch in die Hand: "Sie dürfen es gerne mitnehmen ..." "Was kostet es?", will die Dame erst wissen. "Nichts."

Auch Spitzenkandidat Hans-Peter Martin tritt dazu. "Sie kenn ich doch vom Fernsehen", ruft eine Frau mit Hund und kommt noch näher: "Die EU mag ich aber nicht. Ich wohne in Gries am Brenner. Seit die Grenze offen ist, kommt da so allerlei ..." Hans-Peter Martin hört aufmerksam zu. Lösung hat er keine. Zur EU-Wahl bittet er die Frau aber trotzdem zu gehen.

Schon wartet ein Herr im Anzug mit roter Krawatte: "Es muss doch möglich sein, dass wir in unserem Land etwas zu sagen haben. Nicht nur die Ausländer ..." Ein weiterer Zuhörer mischt sich ein: "Genau, was sagen Sie zu den Flüchtlingen?" Hans-Peter Martin vereinfacht: "Es braucht eine Asylrichtlinie. Das ist eine Grundsatzentscheidung, wie ein Hauskauf. Entweder man kauft es oder nicht. Genauso brauchen wir eine Lösung für politische Flüchtlinge." Ob er Martin wählen werde, wisse er noch nicht, erklärt ein Herr in Lederjacke: "Ich bin aber Demokrat." Was ihn nerve, sei die "politische Verlogenheit" und dass dadurch der Populismus gestärkt werde. Martin drückt ihm sein Buch in die Hand: "Wenn ich nur eine rechte Stimme verhindern kann."

Zwei junge Mädchen bekommen Glühbirnen mit dem Aufdruck "Damit Ihnen weiterhin ein Licht aufgeht." "Cool", meint die Blonde. "Was sagen Sie eigentlich zum Brennerbasistunnel? Bringt der Bau wirklich Arbeitsplätze?" "Für wann, für was, für wen?", antwortet Martin kurz. Er hört geduldig zu, gesteht dann aber: "Ich habe mich nicht so damit beschäftigt. Wir arbeiten halt direkt in Brüssel." (DER STANDARD-Printausgabe, 4.6.2009)

 

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