Autozulieferer HTI ist aus dem Schneider

3. Juni 2009, 18:14
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Kapitalerhöhung im August von 30 bis 40 Millionen Euro - Sechs Banken tragen Finanzierungspaket mit

Wien - Die aufgrund der Krise in der Autobranche ins Trudeln geratene HTI High Tech Industries AG kann aufatmen. Wie das Unternehmen am Mittwoch Abend ad-hoc mitteilte, wurde das Finanzierungspaket nunmehr endgültig fixiert. Damit einher gehe eine Stärkung der Eigenkapitalbasis, eine Reduktion der Verschuldung sowie eine Reduktion der Anzahl der finanzierenden Banken.

Durch die Abschichtung der nicht mehr finanzierenden Banken erfolge eine Reduktion der Verschuldung des Konzerns um rund 35 Mio. Euro. Die sechs österreichischen Regionalbanken gewähren der HTI weitere Betriebsmitteldarlehen sowie ein Moratorium zur Unterstützung der Finanzkraft bei der Bewältigung der aktuellen Wirtschaftskrise. Gemeinsam mit den Banken habe man einen "Krisenzeitraum" bis Ende 2010 festgelegt, sagte HTI-Vorstandsvorsitzender Peter Glatzmeier zur APA.

Des weiteren werden die drei HTI-Kernaktionäre ein schon bisher gewährtes 9 Mio. Euro Darlehen in Eigenkapital umwandeln. Insgesamt verbesserte sich dadurch das Konzerneigenkapital der HTI um rund 44 Mio. Euro und soll durch eine für August 2009 geplante Kapitalerhöhung im Ausmaß von 30 bis 40 Mio. Euro weiter angehoben werden.

Getragen wird das Finanzierungspaket für den an der Wiener Börse notierten OÖ Autozulieferer von sechs österreichischen Regionalbanken: dabei handelt es sich um die RLB Steiermark, die Sparkasse Oberösterreich, die Oberbank, die RLB Oberösterreich, die Volksbank Graz-Bruck und die BKS - sowie den drei HTI-Kernaktionären, den Familien Glatzmeier, Helletzgruber und Kretz.

"Vorbildliche Lösung"

Laut Glatzmeier habe man mit den Banken eine "vorbildliche Lösung" gefunden, im Rahmen derer die Banken "Verantwortung übernommen haben". "Wir können nun unsere Konzernstrategie - Aufbau einer Technologiegruppe in den Bereichen Leichtbau, Engineering und Energietechnik - basierend auf den derzeitigen Marktentwicklungen fortsetzen", sagte er zu dem erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsverhandlungen: "Gemeinsam mit unseren neuen Finanzierungspartnern werden wir die noch notwendigen Strukturmaßnahmen im Konzern rasch umsetzen und damit die HTI-Gruppe entsprechend absichern".

Aufgrund der Krise in der Autobranche geriet das oberösterreichische im mid-market der Wiener Börse notierte Unternehmen ins Trudeln. Zum Ende des dritten Quartals wies das Unternehmen Kreditverbindlichkeiten von knapp 150 Mio. Euro aus, aktuell liegt der Schuldenstand laut Glatzmeier bei 169 Mio. Euro. Nach einer Personalabbauwelle im Vorjahr beschäftigt das Unternehmen momentan nur mehr etwa 1.600 Mitarbeiter.

Für 22. Juni 2009 ist die Bekanntgabe des Jahresergebnisses und der Finanzdaten für das erste Quartal geplant. (APA)

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