Federer zieht locker ins Halbfinale ein

3. Juni 2009, 17:38
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Monfils ohne Chance - Kusnezowa schaltet S. Williams aus und trifft in ihrem dritten Paris-Halbfinale auf Stosur, die mit Cirstea keine Mühe hatte

Paris - Roger Federer hat am Mittwoch zum 20. Mal in Folge das Halbfinale eines Major-Turniers erreicht. Nun fehlen ihm nur noch zwei Siege zum lange ersehnten Triumph in Roland Garros. Der 27-jährige Schweizer, bei den French Open in Paris als Nummer zwei gesetzt, besiegte am Mittwoch den Franzosen Gael Monfils nach 2:10 Stunden recht sicher 7:6(6),6:2,6:4.

Bereits zuvor hatte Swetlana Kusnezowa (RUS-7) die als Nummer 2 gesetzte Serena Williams mit 7:6(6),5:7,7:5 niedergerungen, die Russin trifft nun auf Samantha Stosur. Die Australierin hatte gegen die rumänische Aufsteigerin Sorana Cirstea beim 6:1,6:3 keine Mühe.

"Ich war sehr nervös vor diesem Match, gestern und heute", gestand Federer. "Es war sehr wichtig den ersten Satz zu gewinnen." Federer hatte im ersten Durchgang nicht nur drei Breakbälle abgewehrt, sondern im Tiebreak auch einen Satzball gegen sich vorgefunden. "Ich habe versucht, aggressiv zu spielen, deshalb habe ich einige Fehler gemacht. Ich habe vielleicht ein bisschen zu viel Risiko genommen", meinte der Schweizer, dem der Major-Titel an der Seine in seiner Sammlung von bisher 13 Grand-Slam-Triumphen noch fehlt. Gewinnt er noch zweimal, dann zieht er mit Allzeit-Rekordler Pete Sampras (14 Major-Titel) gleich und hat als insgesamt sechster Spieler (zuletzt Andre Agassi/1999 in Paris) den Karriere-Grand-Slam in der Tasche.

So richtig Stimmung für Monfils konnte an diesem Tag gar nicht aufkommen, im Gegensatz zur aufgeheizten Stimmung im Match davor gegen Andy Roddick. "Ich hatte im ersten Satz meine Möglichkeiten, aber ich konnte sie nicht nützen. Das hat mich ein bisschen entnervt", sagte der Franzose mit karibischen Wurzeln, der in der dritten Runde mit Jürgen Melzer den letzten Österreicher im Einzel ausgeschaltet hatte.

Federer trifft nun im Halbfinale auf den als Nummer 5 gesetzten Juan Martin del Potro. Der Argentinier schaffte als letzter Spieler den Einzug ins Halbfinale und setzte sich gegen den Spanier Tommy Robredo nach 2:07 Stunden mit 6:3,6:4,6:2 durch. Federer ist gegen del Potro am Freitag freilich haushoher Favorit. Nicht nur wegen seiner 5:0-Bilanz ohne Satzverlust gegen del Potro, sondern auch wegen seiner ungemein größeren Erfahrung. Für Federer wird es das 20. Major-Halbfinale en suite, für del Potro sein erstes.

Bei den Damen wird im "Coupe Suzanne Lenglen" heuer ein neuer Name eingraviert werden. Dies steht nach dem Ausscheiden von Serena Williams, die einzige bis ins Viertelfinale verbliebenen frühere Paris-Siegerin, fest. Die US-Open-Siegerin von 2004, Swetlana Kusnezowa, revanchierte sich für einige knappe Dreisatz-Niederlagen gegen die zehnfache Grand-Slam-Siegerin Williams in der Vergangenheit. Die Russin trifft im Kampf um ihr viertes Endspiel bei einem der vier großen Turniere auf die überraschend starke Australierin Samantha Stosur und ist dort haushohe Favoritin.

Die australische Doppel-Spezialistin Stosur war ebenso unerwartet ins Viertelfinale vorgestoßen wie die erst 19-jährige Rumänin Sorana Cirstea. Stosur siegte glatt 6:1,6:3. Das zweite Halbfinale der Damen bestreiten die topgesetzte Dinara Safina auf dem Weg zu ihrem ersten Grand-Slam-Titel und die Slowakin Dominika Cibulkova.

Kusnezowa ließ sich auch von Knöchelschmerzen nach einem Sturz beim Stand von 7:6,4:2 und 40:30 nicht vom Sieg abbringen, obwohl Williams aufopfernd kämpfte und den Satzausgleich schaffte. Auch eine 3:1-Führung im entscheidenden Durchgang reichte Williams nicht. "Im dritten Satz hatte ich eine Chance und ich habe sie nicht genützt. Ehrlich gesagt, ich glaube, ich habe wegen mir verloren und nicht so sehr wegen etwas, was sie gemacht hat." (APA)

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    Roger Federer nimmt Kurs auf das Finale.

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    Swetlana Kusnezowa nur zwischenzeitlich am Boden.

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