"Web bleibt Herausforderung"

3. Juni 2009, 17:28
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Die schleichende Entwertung geistigen Eigentums durch das Internet fürchtet die "Plattform Geistiges Eigentum"

Die schleichende Entwertung geistigen Eigentums durch das Internet fürchtet die "Plattform Geistiges Eigentum". Zeitungsherausgeber und Tonträgerverband Ifpi gründeten die Initiative im April und wenden sich gegen Selbstbedienungsmentalitäten im Internet: „Wenn die Bereitschaft sinkt, für Information und Unterhaltung zu bezahlen, werden traditionelle Geschäftsmodelle infrage gestellt", sagte VÖZ-Präsident Horst Pirker Mittwochnachmittag bei einem Symposium. 

"Das Web bleibt eine Herausforderung", stimmte Justizministerin Claudia Bandion-Ortner zu. Dringlichkeit für gesetzliche Regelungen sieht sie aber nicht: Die rechtlichen Rahmenbedingungen hält sie für "ausreichend". Sie halte nichts davon, "Bürger zu beschimpfen, dass sie Kultur und Information kostenlos in Anspruch nehmen." Rechtsmodelle nach dem Vorbild Frankreichs, wonach Urheberrechtsverletzer die Sperre des Internetzugangs drohe, lehnt Bandion-Ortner jedenfalls ab.
47 Prozent der 3,3 Millionen Internet-User in Österreich haben bereits einmal im Internet gekauft oder bestellt, sagte Fessel-Gfk-Chef Rudolf Bretschneider.

Unklarheit herrsche hingegen, welche Inhalte unter den Begriff "geistiges Eigentum" fallen, stellte der Marktforscher fest. Er berichtete weiters aus einer Umfrage, in der Kavaliersdelikte abgefragt wurden: Raubkopien von Computer-Software zu ziehen fanden 41 Prozent der Befragten weithin in Ordnung. Sparsamkeit, geringes Risiko und "Weil's eh jeder macht" fasste Bretschneider die angeführten Motive zusammen. Die Initiative will die Stellung der Urheber und deren geistige Leistung stärken. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 4.6.2009)

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