Eigenes Syndrom: Der "Weltraum-Kopfschmerz"

3. Juni 2009, 12:46
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Forscher befragten Astronauten mit entsprechenden Symptomen - dürfte Auswirkung der Schwerelosigkeit auf die Blutzirkulation sein

Leiden - Astronauten, die vor einem Raumflug nicht über Kopfschmerzen geklagt haben, können im All mitunter von leichten bis mittelschweren Beschwerden geplagt werden. Niederländische Forscher der Universität Leiden registrierten bei 12 von 17 befragten Astronauten, die sich über wenige Tage oder auch über mehrere Monate in der Internationalen Raumstation ISS aufgehalten hatten, entsprechende Symptome. Die Forscher vermuten darin eine Auswirkung der Schwerelosigkeit, die wegen eines erhöhten Blutflusses im Kopf einen schmerzhaften Druck erzeuge. Die Studie wird in der Juni-Ausgabe des in Großbritannien erscheinenden Fachmagazins "Cephalalgia" veröffentlicht.

Die Beobachtungen bei den befragten Astronauten im Alter zwischen 28 und 58 Jahren deckten sich den Forschern zufolge mit früheren Untersuchungen, wonach sich im Organismus bei Schwerelosigkeit das Blut verstärkt im Oberkörper sammelt. Zudem sei bekannt, dass es bei Astronauten im All zu einer Sauerstoffanreicherung im Körper komme, die ebenso als Grund für die Kopfschmerzen in Frage komme. Mit der bei Astronauten häufig beobachteten Bewegungskrankheit, die mit Schwindel oder Übelkeit einhergeht, könnten die Symptome hingegen nicht erklärt werden, berichten die Forscher um die Neurologin Alla Vein. Auch Migräne-Merkmale fehlten weitgehend.  (APA/red)

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