Sicherheitsvorkehrungen erhöht

3. Juni 2009, 12:25
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Verstärktes Polizeiaufgebot auf dem Platz des himmlischen Friedens - Mausoleum von Mao Tse-Tung bleibt geschlossen - Polizeibusse stehen bereit

Peking - Aus Sorge vor Protesten am 20. Jahrestag der Niederschlagung der Demokratiebewegung hat die chinesische Führung die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Auf dem Platz des Himmlischen Friedens mischten sich am Mittwoch Polizisten und andere Sicherheitskräfte unter die Touristen. Am Rande der Verbotenen Stadt standen schwarze Polizeibusse bereit. Das Mausoleum von Mao Tse-tung in der Mitte des Platzes blieb geschlossen. Ein handgeschriebenes Schild verwies auf "Reparaturarbeiten", die noch bis Freitag andauern sollen.

"Das Geschäft läuft schlecht heute. Der Eindruck täuscht, dass die meisten Menschen Touristen sind. Es sind alles Sicherheitsleute in Zivil", sagte eine Souvenirhändlerin. Die Polizei hinderte in den vergangenen Tagen mindestens vier ausländische Fernsehteams daran, auf dem Tiananmen-Platz zu drehen. Am Dienstag sperrte die Regierung zudem vorübergehend mehrere Internet-Dienste wie Twitter, Hotmail und die Fotoplattform Flickr.

Am Donnerstag jährt sich die Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Tiananmen-Platz zum 20. Mal. Die kommunistische Regierung hatte vor der Morgendämmerung am 4. Juni 1989 Panzer gegen protestierende Studenten eingesetzt. Eine offizielle Zahl der Toten gab sie nie bekannt. Bürgerrechtler sprechen von mindestens 195 Toten. Andere Schätzungen gehen von einer wesentlich höheren Opferzahl aus. Etwa 30 Aktivisten aus der Zeit befinden sich nach Angaben von Menschenrechtsgruppen noch in chinesischen Gefängnissen. Hunderte weitere leben weiterhin im Exil. (Reuters)

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