Europäischer Orthopädenkongress: Computergestützte Chirurgie besser

3. Juni 2009, 12:09
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Kostengründe verhindern derzeit breite Anwendung der Roboter

Die Fortschritte in der computergestützten Chirurgie können heute bei vielen orthopädischen Eingriffen für eine Optimierung der Behandlungsergebnisse sorgen. Die innovative Technologie hat auch großes Potenzial für die Weiterentwicklung der ärztliche Aus- und Weiterbildung. Hohe Kosten behindern allerdings eine Anwendung der computergestützten Chirurgie auf breiter Basis, sagten Experten am Mittwoch beim Europäischen Orthopädiekongress EFORT 2009 in Wien (bis 6. Juni).

Eine ganze Reihe von Anwendungsgebieten

"Es gibt eine ganze Reihe von Anwendungsgebieten, in denen die computergestützte Chirurgie dazu beitragen kann, die Ergebnisse orthopädischer Operationen weiter zu verbessern", sagte Dr. Stefano Zaffagnini, einer der Pioniere des Einsatzes von Computern im Operationssaal, bei dem Kongress mit rund 8.000 Teilnehmern. "Computer-aided surgery" (CAS), so der international gebräuchliche Fachbegriff, sollte nicht nur innerhalb der nächsten zehn Jahre zum routinemäßigen Einsatz minimal-invasiver Methoden bei Knieprothesen-Operationen führen. Auch Osteotomien - Eingriffe, bei denen zu therapeutischen Zwecken Knochen durchtrennt oder ausgeschnitten werden - oder Hüftoperationen gehören zu den vielen Einsatzgebieten, in denen CAS die Behandlungsergebnisse deutlich verbessern kann, betonten Experten.

"Für die ärztliche Aus- und Weiterbildung ist der Nutzen der Technologie ganz offensichtlich"

Ein anderer wichtiger Aspekt der computergestützten Chirurgie: Die Arbeit der Behandler wird genau dokumentiert, das ermöglicht auch eine bessere Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. "Für die ärztliche Aus- und Weiterbildung ist der Nutzen der Technologie ganz offensichtlich", sagte Dr. Zaffagnini. Speziell für diese Zwecke entwickelte Geräte simulieren operative Eingriffe, was nicht zuletzt eine Überprüfung der Fähigkeiten eines Chirurgen ermögliche, so der Experte. Dies könnte künftig bei Facharztprüfungen zum Einsatz kommen, um die praktische Befähigung der Kandidaten zu beurteilen.

Ein Problem mit CAS haben viele Mediziner quer durch Europa: Die Kosten von 50.000 bis 80.000 US-Dollar für ein Gerät verhindern den Einsatz der wichtigen neuen Technologie auf breiter Basis, kritisierten Experten beim EFORT-Kongress. Es sind vor allem Universitätskrankenhäuser und Lehrspitäler, die von der modernen Technologie profitieren können. Solange die Verfügbarkeit von CAS noch beschränkt ist, sei ihr Einsatz in derartigen Institutionen schon deshalb wichtig, betont Dr. Zaffagnini, weil sie auch in der Forschung eine wichtige Rolle spielen.

"Das schlägt sich natürlich in der Erfolgsrate nieder"

Mit dem vom Arzt gesteuerten Roboter kann jedenfalls chirurgisch genauer gearbeitet werden. Wird ein künstliches Kniegelenk eingesetzt, so ist die präzise Anpassung von zentraler Bedeutung für das Ergebnis: Schon eine dreiprozentige Abweichung von der optimalen Ausrichtung kann dazu führen, dass die Prothese nicht funktioniert. "Wird die Operation computergestützt durchgeführt, dann übernimmt der Computer die Anpassung, und zwar mit einer Präzision, die zu optimalen Ergebnissen führt. Das schlägt sich natürlich in der Erfolgsrate nieder", erklärte der Experte. (APA)

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