Mit Militärparade Sieg über Rebellen gefeiert

3. Juni 2009, 11:25
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Präsident: 24.000 Sicherheitskräfte und 22.000 LTTE-Rebellen starben in 25 Jahren Bürgerkrieg

 Colombo - Der mehr als 25-jährige Bürgerkrieg in Sri Lanka hat nach Angaben von Präsident Mahinda Rajapakse 24.000 Angehörige der Sicherheitskräfte das Leben gekostet. Rajapakse sagte bei der Siegesparade am Mittwoch in Colombo, weitere 5000 Soldaten und Polizisten seien bei Anschlägen und Gefechten mit den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) verletzt worden.

Nach früheren Angaben des Verteidigungsministeriums starben alleine seit August 2006 - als die Kämpfe nach einer Phase relativer Ruhe wieder aufflammten - mehr als 6200 Angehörige der Sicherheitskräfte. Angaben der Armee zufolge wurden in dieser Zeit 22.000 LTTE-Kämpfer getötet.

Angaben zur Anzahl der zivilen Opfer hat die Regierung bis heute nicht gemacht. Die britische Zeitung "The Times" hatte in der vergangenen Woche berichtet, alleine in den letzten Wochen des Bürgerkrieges seien weit mehr als 20 000 tamilische Zivilisten getötet worden. Nach Informationen des Blattes starben die meisten Menschen durch Beschuss von Regierungstruppen.

Demnach kamen bis Ende April 7000 Zivilisten bei der Offensive der Regierungstruppen ums Leben. Bis zum 19. Mai starben demnach dann täglich etwa weitere 1000 Zivilisten, wie die "Times" unter Berufung auf UN-Quellen berichtete. Der Präsident hatte am 19. Mai das Ende des Bürgerkrieges verkündet.

Rajapakse rief zu einer neuen Ära der außenpolitischen Beziehungen seines Landes auf. "Nachdem wir die Freiheit unseres Vaterlandes gewonnen haben, müssen wir als nächstes international unsere Freiheit und Souveränität herstellen", sagte er bei der Parade. Westliche Staaten haben angesichts der zahlreichen zivilen Opfer bei der Militäroffensive zu Untersuchungen über Kriegsverbrechen aufgerufen. Die Regierung in Colombo hat alle Kritik an ihrem Vorgehen vehement zurückgewiesen und wertet die Niederlage der LTTE als Sieg im Kampf gegen den Terrorismus.

"Wir haben ehrliche, enge und freundliche Beziehungen mit unseren Nachbarländern in Asien", sagte Rajapakse. "Wir waren auch in der Lage, gute Verhältnisse mit arabischen und afrikanischen Ländern aufzubauen." Diese "ehrlichen Freunde" hätten Sri Lanka unterstützt. Den "Terroristen" der LTTE sei es gelungen, andere Staaten dazu zu bringen, Druck auf Sri Lanka auszuüben.

Bei der Militärparade in Colombo führte das Militär Panzer und Raketenwerfer vor. Am Ende der Gefechte war LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran getötet worden. Die LTTE hatte seit 1983 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit in Sri Lanka gekämpft.(APA/dpa)

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    Die Regierung feiert den Sieg über die Tamilen-Rebellen mit einer Militärparade in Colombo.

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