Deutscher Kulturstaatsminister gegen digitale Bibliothek bei Google

03. Juni 2009 11:05

Neumann fordert stärkeres Vorgehen der Europäischen Kommission

Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat ein stärkeres Vorgehen der Europäischen Kommission gegen den Aufbau einer digitalen Bibliothek durch den Internetkonzern Google angemahnt. "Dieses Verfahren hat eine kultur- und medienpolitische Bedeutung, der wir uns auf europäischer Ebene stellen müssen", sagte Neumann im Handelsblatt (Dienstag).

Einflussmöglichkeiten prüfen

Die Kommission solle prüfen, welche Einflussmöglichkeiten aus europäischer Sicht bestünden. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist laut Zeitung gegen die Pläne von Google, künftig nicht mehr lieferbare Bücher ohne Zustimmung der Autoren online anzubieten. "Erst scannen und dann fragen, das geht nicht." Er sei sich in dieser Frage mit SPD-Justizministerin Brigitte Zypries einig. Dabei gehe es auch um die Frage, wie die Bundesregierung deutsche Autoren vor amerikanischen Gerichten unterstützen könne.(APA/dpa)

Chien de Pique
17.06.2009 17:59
Dieses Verfahren hat eine kultur- und medienpolitische Bedeutung, der wir uns auf europäischer Ebene stellen müssen". Richtig. Aber in einem anderen Sinne als sich der Gute das vorstellt:

Uralte Bücher, die, sofern man überhaupt noch von ihnen weiß, bestenfalls noch in einigen Universitäts- und Nationalbibliotheken herumgammeln, werden von jedem Wohnzimmer aus zugänglich gemacht. Verlage können sich auf ihren Nachdruck spezialisieren und sie direkt über Google Books unaufwendig verbreiten.
Neuere, weitgehend vergessene Bücher, schon Jahrzehnte nicht mehr im Druck, rücken wieder ins Bewusstsein und erleben vielleicht eine zweite Chance auf dem Markt, sofern der Rechteinhaber sie auch nützen will.
Aktuelle wissenschaftliche Literatur ist leicht zugänglich, findet Aufmerksamkeit, hat mehr LeserInnen, wird mehr zitiert.
Es ist dies eine Informationsrevolution, die abzuwürgen ich als kulturpolitische Barbarei betrachte.

Pingu407
03.06.2009 11:22

Der "Heidelberger Appell" und die schizophrene Angst der Babyboomer vor dem Internet.

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