Mailänder Derby um Arnautovic

3. Juni 2009, 10:33
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Inter und AC Milan buhlen um den Österreicher - Das Kapitel Nie­der­lande ist endgültig abgeschlossen: "Dort habe ich nichts mehr zu tun"

Bad Tatzmannsdorf - Er ist die mit Abstand heißeste österreichische Aktie auf dem internationalen Fußball-Transfermarkt. Selbst ein zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt diagnostizierter Ermüdungsbruch im Mittelfuß scheint Marko Arnautovic nicht vom Wechsel zu einem europäischen Spitzenclub abzuhalten. Neben Inter Mailand buhlt auch noch ein zweiter namhafter Verein um den 20-jährigen Stürmer, bestätigte dieser bei einem Kurzbesuch im Camp des ÖFB-Nationalteams in Bad Tatzmannsdorf.

Inter bleibt dran

Inter will sich vom gebrochenen Fuß trotz eingehender Untersuchungen nicht abschrecken lassen. "Sie wollen mich unbedingt haben, ich kann entscheiden", versicherte Arnautovic. "Es hängt alles von mir ab." Der technisch versierte Offensivspieler, der in der abgelaufenen Saison bei Twente Enschede in den Niederlanden den Durchbruch geschafft hat, will sich noch diese Woche entscheiden. Italienische Medien hatten sogar berichtet, dass es noch am Mittwoch zu einer Einigung mit Inter kommen solle.

Laut Arnautovic steht auch noch ein zweiter Club zur Wahl. Nachdem Chelsea nach der Diagnose Mittelfußbruch von einer Verpflichtung abgesehen hatte, war zuletzt auch Inters Stadtrivale AC Milan ins Gespräch gekommen. "Es sind zwei Mannschaften interessiert - Inter und eine zweite. Ich werde das in den nächsten Tagen mit meiner Familie entscheiden", erklärte Arnautovic. Diese soll mit an die neue Wirkungsstätte kommen, in die Niederlande geht der Jungstar definitiv nicht zurück. "Dort habe ich nichts mehr zu tun."

Zweistelliger Millionenbetrag ist gefragt

Zwölf Ligatore hatte Arnautovic in der abgelaufenen Saison für Twente erzielt, sein Vertrag läuft bis 2011. Ein neuer Club müsste wohl zumindest einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Tisch legen - mit oder ohne Verletzung. Der gebürtige Wiener wäre damit der mit Abstand teuerste österreichische Kicker überhaupt. "Natürlich kaufen sie ungern einen verletzten Spieler. Ich hoffe aber, dass ich bald wieder fit bin - vielleicht in ein oder zwei Monaten", meinte Arnautovic in Bad Tatzmannsdorf.

Dort lässt sich der auf Krücken gehende Shooting-Star vom ÖFB-Experten Thomas Schmal therapieren, der Großteil der restlichen Rehabilitation wird in Wien absolviert. Ursprünglich war Arnautovic von einer Sprunggelenksverletzung ausgegangen, medizinische Kontrollen bei Chelsea und Inter hatten aber den Bruch ergeben. Verunsichern lassen will sich Arnautovic trotz verschiedener Angaben nicht. "Manche sagen, es dauert vier Wochen, andere vier Monate. Ich will einfach, dass es so schnell wie möglich geht."

"Du kannst Glück haben oder auch Pech"

Mit dem Schicksal haderte der 20-Jährige nicht. "So ist das im Fußball - du kannst Glück haben oder auch Pech", sagte Arnautovic. "Ich bin zuversichtlich." Für das Gastspiel des ÖFB-Teams in Serbien, der Heimat seines Vaters, gilt das nur bedingt. "Serbien ist der klare Favorit, sie sind die Nummer eins in unserer Gruppe", erklärte der verhinderte Angreifer vor dem Gastspiel am Samstag in Belgrad. "Ich glaube nicht, dass sie uns unterschätzen. Außerdem haben sie im Gegensatz zu uns praktisch keine Ausfälle."

Arnautovic selbst hatte im Oktober beim 1:3 in Wien sein zweites Länderspiel bestritten, mittlerweile hält er bei fünf. Als einfacher Zeitgenosse hatte er nie gegolten, dafür als Supertalent. Aus diesem hat Englands Ex-Teamchef Steve McClaren in dieser Saison als Twente-Coach einen echten Star gemacht - indem er ihm Vertrauen schenkte und seine Individualität gewährte. "Ich habe in Holland sehr viel gelernt", gestand Arnautovic. Nun fühlt er sich aber zu Höherem berufen: "Ich bin dafür bereit."(APA)

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    "Es hängt alles von mir ab"

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