Erste Million wegen SachsenLB fällig

2. Juni 2009, 23:53
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Erste finanzielle Ausfälle nach Debakel der früheren Landesbank drohen

Dresden - Sachsen drohen die ersten finanziellen Ausfälle nach dem Debakel der früheren SachsenLB. Der Freistaat müsse bis Ende Juni knapp eine Million Euro aus seiner 2,75 Milliarden Euro umfassenden Bürgschaft für riskante Sachsen LB-Papiere bezahlen, berichtete die in Dresden erscheinende "Sächsische Zeitung" (Mittwoch). Nach Informationen des Blatts geht es um 921 000 Euro.

Sollte die Prüfung ergeben, dass die Anträge die formalen Voraussetzungen erfüllen, erfolge die Zahlung frühestens zum Ende des zweiten Quartals, bestätigte das Finanzministerium in einer Mitteilung. Sobald Termin und Umfang der möglichen Garantieziehungen feststünden, werde die Öffentlichkeit informiert.

Die Sachsen LB stand 2007 nach riskanten Geschäften einer Tochter auf dem US-Hypothekenmarkt vor dem Aus und wurde an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkauft. Im Zusammenhang mit dem Verkauf waren in der außerbilanziellen Zweckgesellschaft "Sealink Funding Limited" riskante Fonds im Umfang von 17,3 Milliarden Euro gebündelt worden.

Bei Sealink seien nun die ersten Ausfälle zu verzeichnen, teilte das Ministerium mit. Sie beträfen das nach Dublin ausgelagerte Risikopapier-Paket des Kreditinstitutes, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Stephan Gößl, der Zeitung. Nach Informationen der Zeitung haben die Ausfälle mit dem finanziell schwer angeschlagenen Versicherer Syncora-Holding zu tun, der seinen Sitz auf den Bermudas hat. Er versicherte unter anderem Anleihen für den Ausbau des Kanalnetzes im Landkreises Jefferson im US-Bundesstaat Alabama. Sven Petersen von der Sachsen Asset Management GmbH (SAM) in Leipzig, welche die Risikopapiere im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet, wollte sich nicht im Detail dazu äußern. Die SAM hatte bereits zu Jahresbeginn mitgeteilt, sie rechne für dieses Jahr mit Ausfällen "in mittlerer, zweistelliger Millionenhöhe". (APA/dpa)

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