Erneut Krawalle im Großraum Paris

2. Juni 2009, 20:27
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Ermittler sprechen von möglichen Schüssen auf Polizei

Evry - In einem Vorort von Paris sind erneut Dutzende junge Leute mit der Polizei aneinandergeraten. Dabei sei möglicherweise auf die Polizei geschossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft Evry südlich der Hauptstadt am Dienstag mit. Polizisten hätten gesehen, dass bei den Auseinandersetzungen in Ulis jemand eine Waffe angelegt habe, und der Schuss sei auch gehört worden. Allerdings sei keine Patrone gefunden worden, und es sei niemand verletzt worden. Die Krawallmacher zündeten den Angaben zufolge am Montagabend acht Fahrzeuge an und warfen Brandsätze; eine Post-Filiale und zwei oder drei Polizeifahrzeuge seien beschädigt worden.

Die Krawalle hingen laut Polizei mit der vorläufigen Festnahme eines jungen Mannes aus Ulis am vergangenen Donnerstag zusammen. Der stark betrunkene 21-Jährige habe bei der Festnahme nach einer Polizistin getreten und sei dabei so unglücklich mit dem Kopf gegen eine Mauer gestürzt, dass er ins Koma fiel. Die Polizei habe ihn angesprochen, weil er sich mit einem anderen jungen Mann geprügelt habe. Bei den Auseinandersetzungen am Montagabend nahm die Polizei fünf junge Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren vorläufig fest. Ruhe kehrte erst in der Nacht wieder ein.

Tränengas

In Evry war die Polizei schon vor zehn Tagen mit Tränengas und Gummigeschoßen gegen rund sechzig junge Leute vorgegangen, nachdem zwei Gruppen von Jugendlichen aus verschiedenen Vierteln aufeinander losgegangen waren. Nach Angaben der Polizeigewerkschaft Alliance nimmt die Gewalt in den Vorstädten ständig zu; die Angriffe auf die Polizei würden "immer schwerwiegender".

Im November 2007 war es im Pariser Vorort Villiers-le-Bel und weiteren Vorstädten zu tagelangen Ausschreitungen gekommen, nachdem zwei Jugendliche auf dem Motorrad bei einem Zusammenstoß mit einem Polizeiwagen gestorben waren. Seinerzeit wurde die Polizei mit Jagd- und Schrotflinten beschossen. Im Herbst 2005 hatte Frankreich über Wochen landesweite Vorstadtkrawalle erlebt. (APA)

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