UNICEF: 400 Millionen Menschen in Südostasien hungern

2. Juni 2009, 19:47
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Als Folge der Weltwirtschaftskrise - Frauen und Kinder besonders betroffen

Neu-Delhi - Die Folgen der Weltwirtschaftskrise haben die Zahl der Hungernden in Südasien nach UN-Angaben auf mehr als 400 Millionen steigen lassen. Die Zahl ist die höchste seit 40 Jahren, wie Daniel Toole vom UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Dienstag erklärte.

Angesichts dieser Krise müssten die Regierungen dringend mehr Geld für Lebensmittel, Gesundheitsversorgung und Bildung ausgeben. Andernfalls "werden die Armen in Südasien, fast 20 Prozent der Weltbevölkerung, weiter in Armut und Unterernährung abrutschen", heißt es in einem UNICEF-Bericht.

Demnach litten in den Jahren 2007/2008 mindestens 405 Millionen Menschen in der Region Hunger. Zwischen 2004 und 2005 lag die Zahl den Angaben zufolge noch bei 300 Millionen. Im Mittelpunkt des Berichts stehen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Frauen und Kinder in acht südasiatischen Ländern - Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, die Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka.

Fast ein Drittel der 1,8 Milliarden Menschen in Südasien haben demnach weniger als das empfohlene tägliche Minimum an Nahrungsmitteln zur Verfügung. Drei Viertel leben in Haushalten, die pro Tag weniger als zwei Dollar verdienen. Mehr als die Hälfte des Einkommens werde für Lebensmittel ausgegeben, erklärte UNICEF weiter. Fast jedes zweite Kind in der Region sei unterernährt.

UNICEF-Regionaldirektor Toole forderte Indien und Pakistan auf, ihre Rüstungsausgaben zu reduzieren und stattdessen die Sozialausgaben zu erhöhen. Zwischen 1997 und 2006 habe Pakistan 18 Prozent und Indien 14 Prozent seiner Regierungsausgaben für Rüstung ausgegeben, heißt es in dem Bericht. In Bildung seien dagegen weniger als vier und in die Gesundheitsversorgung nur zwei Prozent investiert worden. (APA/AP)

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